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Gast-Beitrag: Virtual Reality revolutioniert den Alltag

Neues Denken in der Architektur – heute noch!

Gast-Beitrag

Zahlreiche Best-Practice-Beispiele, über die wir bereits berichtet haben, wie zum Beispiel über die täuschend echte Darstellung kalifornischer Sonne in einem dänischen Restaurant, über das Möbelrücken mittels einer App für eine einfache Raumplanung und ein Projektor, der zahlreiche Gegenstände in den vier Wänden ersetzt, zeigen uns, dass moderne Technologien wie Virtual und Augmented Reality bereits in unseren Alltag Einzug halten. Zugleich wissen wir auch, dass das Potential immens groß ist und viele Berufsbilder, wie jenes der Architekten, dadurch gravierende Umbrüche erfahren werden.

Architektur neu gedacht

Der Virtual-Reality-Experte Prof. Dr. Frank Steinicke von der Universität Hamburg und der ambitionierte Gründer von Beyond Matter Studio, Joshua Burkert, sind sich einig, dass uns Virtual Reality (VR) und Augemented Reality (AR) im Bereich der Architektur noch überraschen werden.

Objekte können virtuell geplant, gebaut und betrachtet werden – und all das noch bevor die Kosten für die Produktion und Umsetzung starten. Das ist nicht nur für Sie als Architekt eine große Arbeitserleichterung, sondern auch für den Kunden, der sich erst durch eine virtuelle Begehung seines gewünschten Hauses, eine klare Vorstellung davon machen kann, was Sie geplant haben und was ihn erwarten wird.

Joshua Burkert weist auf eine Vielzahl von Vorteilen in der Anwendung von VR in der Architektur hin: „Zum einen bietet die immersive Darstellung in VR einen so täuschend realistischen Eindruck von einer Architekturumgebung, dass Architekten viel detaillierter und mit mehr Experimentierfreude an die Planung eines Projekts herangehen können. Es kann etwa der Lichteinfall zu verschiedenen Tageszeiten betrachtet werden, die Möblierung bereits geplant werden oder der zukünftige Blick aus dem Fenster simuliert werden.“ Er betont außerdem, dass „die intuitive, da realistische und räumlich dreidimensionale, Darstellung einer Umgebung in VR dem Kunden viel präziser einen Eindruck vermittelt, wie ein Projekt letztendlich aussehen wird, als es ein Rendering auf einem 2D-Bildschirm könnte.“

Die Realität austricksen für eine Wunsch-Umgebung

Durch AR können wir unsere Realität theoretisch so erscheinen lassen, wie wir es gerade wollen. Spinnen wir diese Idee weiter und fragen uns, ob nicht jeder ganz einfach einen kahlen grauen Einheitsraum zu seinem Traumwohnzimmer oder Wunschbüro mit Blick auf die Frankfurter Skyline mithilfe von VR-Brillen oder gar VR-Kontaktlinse gestalten kann. Wir haben den VR-Experten Steinicke um eine Einschätzung gebeten: Sind VR-Kontaktlinsen noch absolute Science Fiction oder schon bald Realität? „Es gibt bereits Kontaktlinsen, die virtuelle Informationen darstellen können. Aber die Qualität reicht noch lange nicht, um dem Benutzer komplexe Informationen präsentieren zu können. Auf der anderen Seite haben alle großen Tech-Unternehmen Patente auf solche Technologien angemeldet bzw. erteilt bekommen. Die Ära der Smart Glasses ist also nicht weit entfernt“, so der Professor für Mensch-Computer-Interaktion, Steinicke.

Wie real kann Virtualität werden?

„Bereits in wenigen Jahren wird die visuelle Darstellung in der VR eine Qualität erreichen, so dass sich die virtuelle Welt nicht mehr von der realen Welt unterscheiden lassen wird. Das gilt allerdings vor allem für die visuelle Darstellung. Bei der Haptik oder dem Geruchs- oder Geschmackssinn sind wir noch sehr weit davon entfernt“, prognostiziert Steinicke.

Das heißt, dass wir den Wandel hautnah mitbekommen werden und uns bereits heute mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen, denn er wird uns alle betreffen.

Architekten müssen sich rüsten, damit sie auch in Zukunft noch eine Rolle spielen.

Besuchen Sie die nächste Heimtextil in Frankfurt am Main vom 9. bis 12. Januar 2018.


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