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Gast-Beitrag: Wird mein Wohnzimmer zur digitalen Zombie-Falle?

Verlieren wir uns irgendwann in der Realität, die wir selbst schaffen?

Gast-Beitrag

Technologien wie Augmented Reality werden nicht nur virtuelle Objekte in der realen Welt erscheinen lassen, sie werden uns ganz andere Möglichkeiten bieten, mit der Realität zu spielen. Wer dachte, die praktische Anwendung reduziere sich einfach auf Apps, wie die von IKEA, die uns Möbel virtuell in Räumen platzieren lässt, hat nicht verstanden, wo die Reise hingeht. Die Zombies der Zukunft beugen sich nicht mehr über kleine Bildschirme, sie tauchen ein in die Welt, die sie sich selbst gestaltet haben.

Wenn wir einmal über das virtuelle Möbelrücken hinausgehen
Mit Apps, die virtuelle Objekte in einen Raum platzieren oder auf ein Objekt projizieren, haben schon viele Kontakt gehabt. Der Nutzen ist teils praktisch, dient teils der reinen Unterhaltung. Wenn man anfängt, mit diesen Objekten zu interagieren, wenn ihnen Funktionen zugeteilt werden, die einen Einfluss auf den Raum haben, dann sieht die Sache schon anders aus.

Ich habe eine Brille auf und kann entscheiden, ob ich an der Wand vor mir ein Bild sehe, einen laufenden Fernseher oder einen brennenden Kamin. Das wird in Zukunft keine Hexerei mehr sein, sondern Standard. Unendliche Anwendungen bieten sich an, aber es stellen sich auch viele Fragen.

Verlieren wir uns irgendwann in der Realität, die wir selbst schaffen?
Ist es in Zukunft möglich, sich sein ganzes Social Media Environment ins Wohnzimmer zu ziehen? Kann ich mir womöglich einen Freund virtuell an den Tisch holen? Wenn die technischen Möglichkeiten erst mal gegeben sind hängt die weitere Entwicklung vom Content und von der Adaption durch die User ab. Sind die Geister erstmal erwacht, dann wird ein Wohnraum sehr schnell zu einem großen Interface, um mit allem Möglichen zu interagieren. Was Facebook in Places anbietet, kann auch im Wohnzimmer stattfinden. Wird damit ein neues Zombiezeitalter eingeläutet?

Architekten müssen die neue Realität gestalten!
Der Realitätsbegriff ist dabei neu definiert zu werden. Architekten müssen sich rüsten, damit sie auch in Zukunft noch eine Rolle spielen. Menschen werden irgendwann anfangen, ihre bisherigen, im Durchschnitt tristen Wohnräume durch virtuelle Add Ons nach ihrem Geschmack zu verändern. Die Gefahr ist, dass sie sich so von der Realität immer weiter entfernen, sich in einer neuen virtuellen verlieren. Wir müssen neue Technologien zulassen, aber wir müssen sie gemeinsam und innovativer nutzen als bisher. Architekten haben die Verantwortung dafür zu sorgen, dass Menschen sich auch in Zukunft zu Hause wohlfühlen.

Besuchen Sie die nächste Heimtextil in Frankfurt am Main vom 9. bis 12. Januar 2018, auf der wir vom Finest Interior Award die große Frage stellen: “What’s real?”


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