Heimtextil
Messe Frankfurt rückt KI-Themen in den Fokus

Foto: Messe Frankfurt/Jean-Luc Valentin

Unter dem Motto „Texpertise Focus AI“ macht die Messe Frankfurt ab 2026 KI-Themen auf ihren Textilmessen noch stärker sichtbar und erlebbar. Dabei rückt die gesamte textile Wertschöpfungskette von der Faser bis zum Point of Sale in den Fokus. Start ist die Heimtextil in Frankfurt im Januar 2026.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie befindet sich im Umbruch: Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsprozesse, ermöglicht neue Geschäftsmodelle und eröffnet Lösungen für Nachhaltigkeit, effiziente Wertschöpfungsketten und den Fachkräftemangel der Branche. Kommerzielle Marktanalysen schätzen den weltweiten Markt für KI in der Textilindustrie bis 2033 auf rund 21 Milliarden US-Dollar, rund zehnmal mehr als im Jahr 2023. 

Laut Eurostat nutzten 2024 bereits 13,5 Prozent der europäischen Industrieunternehmen KI, darunter auch zahlreiche Unternehmen der Textilindustrie. Unter der kommunikativen Klammer „Texpertise Focus AI“ bündelt die Messe Frankfurt auf ihren internationalen Messen für die Textil- und Bekleidungsindustrie ab 2026 Anwendungen ihrer Aussteller und Contentformate zum Thema Künstliche Intelligenz.

„Die Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz wachsen rasant und verändern die Art wie wir arbeiten, produzieren und handeln fundamental. Das gilt auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles and Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Als weltweit führender Veranstalter von Messen für die Branche machen wir branchenrelevante Entwicklungen sichtbar und fördern den globalen Austausch dazu“, so Schmidt. „Mit „Texpertise Focus AI“ schaffen wir auf unseren Veranstaltungen Orientierung für einen zielführenden und verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Branche.“

Künstliche Intelligenz als Fokusthema

Dazu gehören beispielsweise kuratierte Contentformate wie Paneldiskussionen, geführte Touren und Live-Demonstrationen mit internationalen Experten der Branche. Darüber hinaus präsentieren viele ausstellende Unternehmen Lösungen rund im KI. Start ist die Heimtextil vom 13. bis 16. Januar 2026. Das Thema KI findet sich hier in zahlreichen Beiträgen des Rahmenprogramms, online filterbar unter „Texpertise Focus AI“.

Am Messe-Mittwoch, dem 14. Januar um 15 Uhr ist unter anderem der international bekannte Vordenker für KI im Design Tim Fu im Architonic Livetalk zu Gast. Unter dem Titel „Woven intelligence: designing spaces in the era of AI“ spricht Fu darüber, wie künstliche Intelligenz für eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Architektur und Innenarchitektur genutzt werden kann, um Räume zu gestalten, die Handwerkskunst mit Computertechnik verbinden. 
 
Die Messe Frankfurt rollt das Thema auf ihren internationalen Textilveranstaltungen weltweit aus. In die Ausgestaltung fließen regionale Besonderheiten und spezifische Herausforderungen der jeweiligen Märkte ein, um Relevanz und Akzeptanz zu gewährleisten.

Potenzial für die Wertschöpfungskette, Nachhaltigkeit und Fachkräftegewinnung

KI transformiert die textile Wertschöpfungskette von der Faser bis zum Point of Sale und bietet Potenzial für mehr Effizienz, höhere Qualität und Resilienz. Bereits in der Rohstoffgewinnung unterstützen KI-Systeme beim Anbau, bei der Ernte und beim Recycling durch intelligente Analysen und Sortiertechnologien. In Design und Entwicklung beschleunigen KI-Tools kreative Prozesse und simulieren Materialeigenschaften, sichtbar etwa in der immersiven Installation „among all“ von Patricia Urquiola auf der Heimtextil 2026. Auch Produktions- und Logistikprozesse werden optimiert, Ausschuss reduziert und Lieferketten transparenter.
 
Künstliche Intelligenz treibt zudem die „Twin Transformation“, die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, voran. Weltweit werden jährlich rund 116 Millionen Tonnen Textilfasern produziert; doch nur ein Prozent der Post-Consumer-Textilabfälle wird recycelt. Mittels KI können Unternehmen Ressourcen schonen und Abfälle reduzieren. KI-gestützte Design- und Prognosemodelle verhindern Überproduktion, während Life Cycle-Analysen eine umweltbewusste Beschaffung ermöglichen. Bilderkennungssysteme sortieren Alttextilien und schaffen die Grundlage für eine echte Kreislaufwirtschaft. Das gesamte Angebot textiler Verarbeitungstechnologien zeigt die Texprocess vom 21. bis 24. April 2026 in Frankfurt am Main.
 
In der Arbeitswelt bringt KI neue Berufsbilder hervor und verändert bestehende, etwa in Datenanalyse, digitalem Design und Prozesssteuerung. Sie kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken: Bis zu 70 Prozent der standardisierten Tätigkeiten in der Produktion könnten laut dem Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen automatisiert werden. Auch im Recruiting unterstützt KI die gezielte Suche und Auswahl geeigneter Fachkräfte.


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