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Digitaler Wandel im Supply Chain Management schreitet nur zögerlich voran

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Jeder zweite Logistikverantwortliche ist der Meinung, dass die Coronapandemie die Digitalisierung der Lieferkette im eigenen Unternehmen deutlich vorantreibt. Tatsächlich schreitet die digitale Transformation in vielen Firmen aber nur langsam voran. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des 14. Hermes-Barometers „Digitaler Wandel im Supply Chain Management“, basierend auf einer Telefonbefragung von Hermes Germany unter 200 Logistikverantwortlichen deutscher Unternehmen im April 2021.

Die Digitalisierung nutzen, um die eigene Lieferkette resilienter und leistungsfähiger aufzustellen: Das ist vor dem Hintergrund der andauernden Pandemie das Ziel vieler Logistikverantwortlicher in deutschen Unternehmen. So planen laut der Umfrage 35 Prozent der Entscheider im Rahmen der digitalen Transformation auch ein Supply Chain Risk Management (SCRM) zu etablieren, um die eigene Lieferkette widerstandsfähiger zu gestalten. Acht von zehn Logistikverantwortlichen sind darüber hinaus der Meinung, dass Unternehmen in die Digitalisierung der Lieferkette investieren sollten, um sich in der Zukunft besser vom Wettbewerb abzuheben.

Knapp ein Drittel der befragten Logistikentscheider gaben an, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Digitalisierung geschaffen zu haben, 25 Prozent haben eine Strategie zur Digitalisierung der eigenen Lieferkette entwickelt. Die Notwendigkeit für den digitalen Wandel wurde demnach erkannt.
Dennoch kommt der digitale Wandel im Supply Chain Management nur sehr langsam voran: Gaben im Jahr 2018 bereits 19 Prozent der Befragten an, mit der Digitalisierung ihrer Lieferkette begonnen zu haben, sind es aktuell 34 Prozent aller befragten Unternehmen. Ein Transformationsprogramm erfolgreich umgesetzt haben aktuell erst 11 Prozent der Befragten.
Bei großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern stellt sich die Situation anders dar: Hier berichten aktuell acht von zehn Logistikverantwortlichen ein Transformationsprogramm erfolgreich umgesetzt (40 Prozent) oder begonnen (40 Prozent) zu haben. „Große Unternehmen verfügen unter anderem über größere finanzielle und auch personelle Ressourcen, um den Wandel voranzutreiben“, erklärt Moritz Gborglah, Division Manager International Freight bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany. 
Besonders wichtige Treiber auf dem Weg zur digitalen Lieferkette sind der Wunsch nach  einer Kostensenkung und Lean Management sowie die Reduzierung von Lagerbeständen durch ein effektives Bestandsmanagement – knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent bzw. 46 Prozent) misst diesen Zielen eine große Bedeutung zu. 
37 Prozent der Entscheider stuften darüber hinaus die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen als bedeutsames Ziel ein. Die Erhöhung der Lieferketten-Transparenz zur Risikominimierung ist nur für 33 Prozent der Verantwortlichen von großer Bedeutung. Letzteres überrascht vor dem Hintergrund zahlreicher Supply Chain-Beeinträchtigungen durch die Pandemie.
„Die Abhängigkeiten in internationalen Lieferketten sind groß. Mit einer intensivierten Kollaboration und einer erhöhten Transparenz erwachsen erhebliche Kostenvorteile. Zusätzlich können die Risiken innerhalb der Lieferkette stark minimiert werden“, bewertet Gborglah die Ergebnisse.
Der schleppende digitale Wandel ist auch der Komplexität größerer Transformationsprojekte geschuldet: 42 Prozent der befragten Logistikentscheider stimmten der Aussage zu, dass sie bei der Integration neuer Technologien aufgrund der hohen Komplexität und Sorge vor möglichen Fehlern zurückhaltend agierten. 
„Das Vorhandensein von Know-how ist demnach ein kritischer Faktor für den Fortschritt des digitalen Wandels und somit die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens“, konstatiert Gborglah. Vor dem Hintergrund überrasche es nicht, dass mehr als jedes zweite Unternehmen plant, bei der Digitalisierung der Supply Chain zunehmend die Dienste seiner Logistikdienstleister in Anspruch zu nehmen (56 Prozent). „Wir haben uns bereits auf diese veränderte Nachfrage eingestellt und bieten unseren Kunden entsprechende Lösungen an“, sagt Gborglah. 
Die Notwendigkeit, die digitale Transformation der Supply Chain zügig voranzutreiben hat die Mehrheit der Befragten erkannt. Nun gelte es aktiv in den Prozess einzusteigen, um die eigene Agilität und Zukunftsfähigkeit langfristig zu sichern.


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