Hermes
Neues Logistikzentrum für Großstücke eröffnet

Mit dem neuen Logistik-Zentrum in Ansbach trägt Hermes den wachsenden Versandmengen vor allem bei Möbeln und Elektrogeräten Rechnung. Foto: ECE/Jochen Stüber

Gelungener Start in einer außergewöhnlichen Zeit: Die Hermes Fulfilment Ansbach GmbH und die Hermes Einrichtungs Service GmbH & Co. KG haben ihr neues Logistikzentrum im fränkischen Ansbach in Betrieb genommen. Mit einer Gesamtfläche von 76.000 Quadratmetern – das entspricht in etwa zehn Fußballfeldern ‒ handelt es sich um eine der größten neu entwickelten Immobilien in Bayern. Zugeschnitten ist die hochmoderne Anlage auf die logistische Abwicklung von Möbeln, Elektrogroßgeräten und sonstigen sperrigen Gütern. Die Hamburger ECE hat das Projekt von der ersten Planung über die Bauausführung bis zur schlüsselfertigen Übergabe betreut. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 90 Millionen Euro.

Ob Sofas, Waschmaschinen, TV-Geräte oder Teppiche – seit Jahren steigen die Mengen im sogenannten Zwei-Mann-Handling kontinuierlich, der Online-Handel im Großstückbereich boomt. „Dieser Entwicklung trägt das neue Logistikzentrum in Ansbach Rechnung, denn es schafft die nötigen Voraussetzungen für unser weiteres Wachstum“, unterstreicht Katy Roewer, als Otto-Bereichsvorstand Service und HR unter anderem für die Logistik zuständig, die Bedeutung des Neubaus. Der Gebäudekomplex in Ansbach besteht aus zwei Hallen. Mit 53.000 Quadratmetern wird Hermes Fulfilment, der Spezialist für Versandhandelslogistik in der Otto Group, gut zwei Drittel der Fläche für die Lagerung und Kommissionierung der Otto-Ware nutzen. An 47 Toren können die per Lkw angelieferten Großstücke entladen werden. Der überwiegende Teil wird in bis zu 12,40 Meter hohen Regalen gelagert. 52.500 Europaletten-Stellplätze, die mit Schubmaststaplern bedient werden, stehen dafür zur Verfügung. Hinzu kommen 20.000 Quadratmeter Blocklagerfläche. Insgesamt beläuft sich die Lagerkapazität auf etwa 40.000 Kubikmeter.

Über einen Zwischenbau ist das Lager mit der 15.000 Quadratmeter großen Hauptumschlagbasis (HUB) verbunden, die der Hermes Einrichtungs Service betreibt. Neben Großstücken aus dem angegliederten Lager werden hier auch Waren zahlreicher Auftraggeber direkt für den Weiterversand an mehr als 60 Lieferdepots umgeschlagen. Der HUB-Betrieb verfügt über 24 Wareneingangs- und 84 Warenausgangstore, an denen im Normalbetrieb rund 180 Lkw pro Tag be- und entladen werden. Bis zu 10.000 Möbel- und Großgerätebestellungen können täglich logistisch abgewickelt werden und erreichen von Ansbach aus Endkunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Auf weiteren 8.000 Quadratmetern sind Büros, Sozialräume, Technik und die Kantine für beide Unternehmen untergebracht. „Alle am Bau Beteiligten und die örtlichen Behörden haben mit einem hohen Arbeitseinsatz alles dafür getan, das Gebäude termingerecht fertigzustellen. Trotz Corona-Pandemie haben wir es geschafft, das Logistikzentrum pünktlich hochzufahren“, macht Volker Weidemann, Geschäftsführer von Hermes Fulfilment Ansbach, auf eine Herausforderung aufmerksam, die Anfang des Jahres noch nicht abzusehen war. Derzeit sind rund 200 Mitarbeiter in der Anlage beschäftigt. Die Zahl soll kontinuierlich steigen. Bis zu 400 Arbeitsplätze sind in Peakphasen vorgesehen. Gesucht werden aktuell vor allem Fachkräfte für Lagerlogistik. Volker Weidemann rechnet damit, dass das Logistikzentrum von Ende Juli 2020 an unter Volllast laufen wird.

Uwe Göttfert, Standortleiter beim Hermes Einrichtungs Service, sieht in dem Neubau eine wichtige Ergänzung der Abwicklungskapazitäten. „Als Marktführer im Zwei-Mann- Handling liefern wir für den besonders im Bereich Möbel stetig wachsenden Onlinehandel. Dank des zusätzlichen Standorts in Süddeutschland haben wir die Grundlage für weiter wachsende Abwicklungsmengen geschaffen und konnten unsere Logistikprozesse nochmals optimieren.“

Seit dem Spatenstich im Oktober 2018 wurden auf dem 186.000 Quadratmeter großen Grundstück 350.000 Kubikmeter Erdmassen bewegt. Für den Neubau wurden 24.000 Kubikmeter Beton gegossen, 2.100 Tonnen Stahl verarbeitet sowie 95 Kilometer Rohrleitungen und 220 Kilometer Strom- und Datenkabel verlegt. Damit sich der Hallenkomplex besser in das Landschaftsbild einfügt, wurden auf dem Areal 370 Bäume und 280 Sträucher gepflanzt. Wegen der besonderen ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Qualität ist das Logistikzentrum nach dem Gold- Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zertifiziert. 


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