Hettich
CO2-armer Stahl wird getestet

Hettich testet Stahl mit deutlich reduziertem CO2-Fußabdruck in der Serienproduktion seiner Scharniere. Bezogen wird der Rohstoff aus Deutschland von der Billstein Group. Foto: Hettich

Beim Beschlagspezialisten Hettich hat die Zukunftsreise in Richtung „grüner Stahl“ begonnen: In einem Pilotprojekt hat das Unternehmen in diesem Sommer Kaltband-Coils mit reduziertem CO2-Fußabdruck aus deutscher Herstellung für Komponenten seiner Topfscharnierserie Sensys bezogen. Die ersten Qualitätsprüfungen waren positiv, und das ist ein ermutigendes Ergebnis für Hettich. Langfristig möchte man gemeinsam mit Kunden und Partnern möglichst nicht nur CO2-arme, sondern sogar CO2-neutrale Produkte entwickeln und herstellen.

Jan Hobert, Lead Buyer Stahl bei der Hettich Management Service GmbH in Kirchlengern, hat das Hettich-Pilotprojekt „CO2-armer Stahl” betreut. „Die ersten drei Kaltband-Coils, die wir im September von der Bilstein Group bezogen haben, weisen gegenüber konventionell erzeugtem Stahl einen deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck auf. Über den gesamten Fertigungsprozess sind über 70 Prozent weniger CO2-Emissionen angefallen.” In absoluten Zahlen heißt das: Nur 630 kg/t CO2gegenüber 2.190 kg/t. Allein mit diesen drei Coils wurden also rund 90 Tonnen CO2eingespart. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 50 PKW bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 15.000 km pro Jahr. In der gesamten Hettich Gruppe liegt das Vermeidungspotential durch den Einsatz des klimafreundlicheren Materials bei über 450.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Aber auch das zweite Ergebnis dieses Testlaufs ist für Hettich zukunftsweisend, wie Jan Hobert erklärt: „Unsere internen Tests belegen, dass der CO2-arme Stahl dem konventionellem Material in puncto Qualität und Verarbeitbarkeit in nichts nachsteht.”

Mitstreiter für neue Lösungen gesucht

Das Pilotprojekt bei Hettich war zunächst auf ein ausgewähltes Scharnierbauteil begrenzt, denn größere Mengen des CO2-armen Stahls sind kurzfristig nicht lieferbar und noch ist der Aufpreis pro Tonne erheblich. Außerdem lässt sich derzeit nicht abschätzen, ob und wie die Serienherstellung von CO2-reduzierten Produkten künftig möglich sein wird. In jedem Fall werden weitreichende Umstellungen in Zulieferung und Produktion notwendig sein. Bei Hettich ist man dennoch entschlossen, diesen Kurs weiter zu verfolgen, betont Geschäftsführer Uwe Kreidel: „Das Pilotprojekt war nur ein erster, wichtiger Schritt dem Weg zur Verarbeitung von CO2-reduziertem Stahl in der Serie. Wir arbeiten weiter an neuen Lösungen und freuen uns über interessierte Kunden, mit denen wir über den Zwischenschritt der CO2-armen Produkte langfristig sogar CO2-neutrale Produkte entwickeln können. Es ist eine Zukunftschance, die wir unbedingt nutzen möchten.”


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