Experten-Slot Marktforschung - Daten, Zahlen
IFH Köln

Der folgende MÖBELMARKT-Experten-Beitrag wird Ihnen von IFH Köln zur Verfügung gestellt. Form, Stil und Inhalt liegen allein in der Verantwortung des Autors Fabian Mayntz. Die hier veröffentlichte Meinung kann daher von der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers abweichen.

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Expertenbeitrag: Social Media beeinflusst Kaufentscheidung von Möbeln und Co.

Experten Beitrag

Onlineshopping ist für die Mehrheit der Konsumenten ganz selbstverständlich geworden. Aber auch in der digitalen Welt soll das Einkaufen oftmals ein soziales und gemeinschaftliches Erlebnis sein. Nicht ohne Grund werden Soziale Netzwerke in diesem Zusammenhang immer relevanter: Social-Media-Plattformen haben das Potenzial, sich langfristig zu Verkaufsplattformen zu entwickeln, denn der Einfluss von Social Media auf den Onlinehandel ist hoch. Auch für den Onlinevertrieb von Artikeln aus dem Bereich „Wohnen und Einrichten“ spielt Social Media bereits eine tragende Rolle. So wurden im Jahr 2017 insgesamt rund 5,3 Mrd. Euro (zu Endverbraucherpreisen) online mit Tischen, Sofas und Co. umgesetzt. Bei jedem dritten online umgesetzten Euro hat Social Media zur Kaufentscheidung beigetragen. Das zeigt die IFH-Studie „Social Media im Handel – Performancevergleich der Branchen“. Damit liegt der Anteil sogar höher als in der Fashionbranche.

Die Zahlen machen deutlich: Social Media kann Impulse liefern und das Onlinewachstum ankurbeln. Inspirationsbedarf, den die Unternehmen mit einer entsprechenden Präsenz befriedigen (können), ist vorhanden. Zumindest sind Kanäle in den Sozialen Netzwerken ein Instrument, um sich gegenüber dem Konsumenten sichtbar zu positionieren.

Social-Media-Aktivitäten von Herstellern und Marken noch ausbaufähig

Wirft man einen Blick auf die Social-Media-Aktivitäten innerhalb der Branche „Wohnen & Einrichten“, gibt es derzeit aber noch erhebliche Differenzen zwischen Händlern und Herstellern/Marken. So zeigt sich, dass letztere im Vergleich zu anderen Konsumgüterbranchen zwar überdurchschnittlich präsent sind, allerdings bespielen sie ihre Social-Media-Kanäle kaum aktiv. Die Anzahl der Beiträge ist unterdurchschnittlich und der Inhalt hat bei der Nutzerschaft nur geringe Relevanz, wie die Interaktionsraten verraten. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es an starken Marken im Wohn- und Einrichtungsbereich fehlt. Die Händler hingegen weisen weitestgehend überdurchschnittliche Werte auf und erreichen die Nutzerschaft mit relevanten Beiträgen deutlich besser.

Influencer-Chancen nutzen

Eine Möglichkeit, um mit der eigenen Marke  in den Sozialen Netzwerken eine höhere Reichweite und möglichst viele User zu erreichen, sind Kooperationen mit Influencern, also Botschaftern für die eigene Marke. Dabei müssen es nicht immer kostspielige Influencer sein, die einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Auch Unternehmen können selbst zu Influencern werden und die Plattformen als Kontaktpunkte zum Kunden nutzen, um Konsumbedürfnisse zu wecken und bestenfalls direkt zu befriedigen.

Zudem können Händler und Hersteller/Marken auch vom Einfluss nahestehender Freunde oder Bekannte der User profitieren, da diese ebenfalls großen Einfluss auf Kaufentscheidungen haben. Denn sie sorgen mit ihren Beiträgen für ständig neue Reize und Inspirationen. Das kann auch zu einem gewissen Wettbewerb führen – wer hat die schönsten Designtrends in den eigenen vier Wänden? Der Wunsch nach Anerkennung auf Social Media ist groß, jeder möchte sich perfekt in Szene setzen. Der Geldbeutel kann unter diesen Voraussetzungen auch mal etwas lockerer sitzen – zum Vorteil aller Unternehmen, die das Potenzial von Social Media nutzen.


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