Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (IVSH)
Vorsichtig optimistisch

Frankfurt am Main. In einem herausfordernden Marktumfeld verzeichnet die deutsche Schneid- und Haushaltwarenindustrie weiterhin einen moderaten, aber kontinuierlichen Zuwachs. 

Im Jahr 2025 war in allen Segmenten ein Wachstum zu beobachten: Die Produktion konnte sowohl im Bereich der Schneidwaren als auch bei Bestecken und Haushaltswaren leicht gesteigert werden. Der Umsatz stieg je nach Segment um etwa zwei bis knapp fünf Prozent.

Im Außenhandel zeigt sich ein gemischtes Bild: Zwar nehmen die Exporte zu (Export: Schneidwaren +3,2%, Bestecke 3,4%, Haushaltwaren +10%), doch Importe – z.B. aus China, hier auch von Onlineplattformen wie Temu – wachsen relational schneller (Import: Schneidwaren insgesamt +22,6%, Haushaltswaren +31,8%). Dieses Ungleichgewicht setzt Margen und Preissetzung zusätzlich unter Druck, insbesondere wenn es sich um Produkte von asiatischen Onlineplattformen handelt, die z.T. erhebliche Verstöße gegen europäische Verbraucher- und Produktsicherheitsvorschriften aufweisen und damit kein „level-playing field“ besteht.

Die Unsicherheit in der Handelspolitik verschärfen aktuell die erratischen US-Zölle und US-Zusatzzölle auf Stahl und Aluminium, die die Branche teilweise erheblich treffen. Hinzu kommt ein insgesamt instabiles und weiterhin herausforderndes Umfeld: Anhaltend hohe bürokratische Belastungen, steigende Kosten und volatile Märkte erschweren die Planung und machen langfristige Prognosen schwierig.

Einschätzung der aktuellen Lage

Wie diese Lage in den Betrieben eingeschätzt wird, dokumentiert der aktuelle IVSH-Situations- und Tendenzbericht Q4/2025: Die Lagebeurteilung ist mehrheitlich „mittelmäßig“ – 48,4 % der Unternehmen beurteilen die aktuelle Lage so, 32,3 % bewerten die aktuelle Lage als „gut“, 16,1 % als „schlecht“ und nur 3,2 % als „sehr gut“. Interessant ist, dass sich die Beurteilung der aktuellen Lage in den letzten vier Quartalen kontinuierlich leicht verbessert hat – ein kleines Zeichen der Hoffnung in angespannten Zeiten.

Entscheidend ist auch der Blick nach vorn: Für die nächsten zwölf Monate rechnet die Branche in 45,1 % der Fälle mit Zuwächsen, 45,2 % der Unternehmen rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen, in 9,7 % der Fälle wird mit rückläufigen Umsätzen gerechnet – die Einschätzung für das Inland, das EU-Ausland und das Nicht-EU-Ausland variiert hierbei nur in Nuancen. Beim Auftragseingang dominiert aktuell die Seitwärtsbewegung (46 % melden „gleichbleibende Aufträge“, 32 % Zuwachs, 22 % Rückgang), und beim Personal überwiegt der Vorsichtsmodus in der Personalplanung für 2026 (61 % unverändert, 21 % Aufbau, 14 % Abbau).  „Wettbewerbsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Wenn die Politik konsequent Bürokratie abbaut und Planungssicherheit schafft, liefern unsere Unternehmen den Rest: Qualität, Tempo, Innovation“, so Ralf Zimmermann, Vorsitzender des IVSH.

In Bezug auf Vertriebskanäle zeigt sich, dass der Handel (Fachhandel, Großhandel, etc.) und Messen weiterhin die wichtigsten Kanäle sind, Kauf- und Warenhäuser sinken kontinuierlich in ihrer Bedeutung und E-Commerce, Online-Plattformen und eigene Onlineshops gewinnen immer mehr an Bedeutung.


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