KogniHome
Digitale Assistenten für ein unbeschwertes Leben

Willkommen zurück: Die Eingangstür erkennt Bewohner, lässt sie ein und informiert über wichtige Nachrichten. Fotos: KogniHome

Das Forschungsprojekt „KogniHome“, an dem neben mehreren Hochschulen auch die Unternehmen Hettich und Miele maßgeblich beteiligt sind, betreibt in Bielefeld eine echte Wohnung, in der das Thema Smart-Living kontinuierlich weiter entwickelt wird. Ziel ist es dabei nicht unbedingt, Licht und Heizung mit dem Smartphone steuern zu können, sondern echte Hilfestellung für Menschen in ihrem Alltag zu leisten. Senioren und Behinderte können so länger autark ein erfülltes Leben in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Für das Forschungsprojekt hat man fiktive Bewohner, ein älteres Ehepaar, erdacht, das regelmäßig Besuch von seinen Verwandten bekommt. All den beteiligten Personen muss sicher der Zugang zur Wohnung gewährt werden. Sie alle müssen mit der integrierten Technik nicht nur zurechtkommen, sondern diese Technik muss echte Hilfestellung leisten. So weiß der Enkel, der seinen Großeltern zum Geburtstag einen Kuchen backen möchte, nicht wo sich die Backform befindet. Aber die Küche die auch das Rezept zur Verfügung stellt, unterstützt ihn bei dem Kochvorgang und öffnet ihm automatisch die richtige Schublade. Sind die älteren Herrschaften vielleicht mit der Medikamenteneinnahme überfordert, gibt ein weiterer Assistent die richtigen Medikamente zur richtigen Tageszeit nur an den richtigen Bewohner heraus. Und durch eine durchdachte Überwachung mit Sensoren und Kameratechnik kann auch ein Notfall bei einem der Bewohner schnell erkannt und Hilfe gerufen werden.

Will ein Bewohner die Wohnung verlassen, schlägt ihm ein großer Spiegel in Form eines Displays die für das aktuell vorherrschende Wetter und den Tagesplan passende Kleidung vor. Die ausgewählten Kleidungsstücke werden dann von einem ebenfalls automatisch agierenden Garderobensystem direkt zur Verfügung gestellt. Kehrt ein Bewohner oder ein naher, zugangsberechtigter Verwandter in die Wohnung zurück, erkennt die Eingangstür diesen automatisch, lässt ihn ein und informiert über zwischenzeitlich eingegangene Nachrichten. Beispielsweise über die Getränkelieferung, die ein Lieferant bereits in einer Anlieferungsschleuse hinterlegt hat. Der dort integrierte mobile Plattform fährt den schweren Getränkekasten dann zum gewünschten Abstellort.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen, aber klar ist auch: Vieles, was hier getestet wird, funktioniert in der Forschungswohnung bereits reibungslos, ist aber von der Serienreife noch ein gutes Stück weit entfernt. Vorher müssen noch viele Probleme und Fragestellungen gelöst werden. So ist ausgerechnet das Schlaf- und Badezimmer derzeit noch weitestgehend von den Innovationen ausgenommen. Der Grund dafür ist einfach: Zahlreiche der Assistenten benötigen Kameras zur Erkennung der jeweiligen Personen. Was in der Küche funktioniert, ist im Schlafzimmer aber ein unzumutbarer Eingriff in die Privatsphäre. Es ist also noch ein weiter weg, bis „KogniHome“ in seiner ganzheitlichen Vernetztheit in der Wirklichkeit ankommt. Aber der Anfang ist gemacht und einzelne Elemente könnten viel schneller für echte Erleichterung sorgen, als so mancher vielleicht denkt.

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