Konjunktur
Abschluss unter Schnitt

Im Dezember lag die deutsche Möbelindustrie mit einem Minus von 4,7% unter dem Jahresdurchschnitt. Allerdings war der Vergleichsmonat aus 2016 mit einem Plus von 6,3% gegenüber 2015 auch besonders stark.
Stark waren im Dezember 2017 auch die Umsätze der deutschen Polstermöbelhersteller, die um 9,3% über denen aus dem Vorjahr lagen – im Ausland sogar 21,5% im Plus. Alle weiteren Segmente der deutschen Möbelindustrie erzielten allerdings ein Minus. Besonders deutlich fiel dieser Rückgang bei den Küchenmöbelherstellern (-9,3%) und Matratzenproduzenten (-7,7%) aus. Aber auch der im Gesamtjahr wachstumsstärkste Bereich der Büro- und Ladenmöbel lag mit einem Minus von 5,7% unter den Werten aus dem Vorjahresmonat. Die Wohnmöbler erwirtschafteten 1,4% weniger Umsatz.

Exporte rückläufig

Der deutsche Möbelaußenhandel konnte ebenfalls nicht mit dem guten Dezember 2016 – mit einem Plus von 6,1% – mithalten und musste im letzten Monat 2017 ein Export-Minus in Höhe von 6,9% hinnehmen. Auch hier gibt es eine positive Ausnahme, denn die Matratzenhersteller konnten ihre Ausfuhren um 15,5% erhöhen. Alle anderen Bereiche haben wertmäßig weniger exportiert als im Vorjahresmonat, womit auf Seiten der Ausfuhren Umsätze von 753 Mio. Euro stehen.
Importiert hat die deutsche Möbelindustrie im Dezember des vergangenen Jahres Waren im Wert von 947 Mio. Euro, was einem Minus von 2,1% gegenüber dem Vergleichsmonat entspricht. Besonders deutlich fiel der Rückgang der Möbeleinfuhren bei Büro- und Ladenmöbeln (-10,0% bzw. -27,2%) aus. Überraschend hoch war der Importzuwachs im Dezember dagegen bei den Küchenmöbeln mit einem Plus von 29,4% – wenngleich von einem relativ niedrigen Niveau aus.
Der deutsche Möbelhandel befand sich dagegen im Dezember 2016 auf einem relativ hohen Niveau und konnte dieses im Dezember 2017 mit einem Minus von 2,8% nicht bestätigen. Über das letzte Jahr hinweg fällt die Bilanz im deutschen Möbelhandel mit insgesamt sieben Monaten des Anstiegs gegenüber 2016 aber positiv aus.

Bundesregierung fördert Baupolitik

Positive Signale kommen sowohl für den deutschen Möbelhandel als auch für die deutsche Möbelindustrie von der Bundesregierung, da der neue Koalitionsvertrag verschiedene Maßnahmen vorsieht, um die eng mit der Möbelbranche verknüpfte Bautätigkeit zu fördern. Beispielsweise soll das Baukindergeld für Eltern den Erwerb von Wohneigentum erleichtern oder die Einführung einer Grunderwerbssteuer C die Lage am Grundstücksmarkt entspannen. Im Jahr 2017 war die Anzahl der Genehmigungen für den Bau von Wohnungen in neuen und bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden bis November durchgängig rückläufig gewesen, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Konsumeuphorie leicht gebremst

Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland hat nach dem glänzenden Start im Januar einen Rückschlag im Februar erhalten, da sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen mussten. Für März prognostiziert die GfK einen Rückgang des Gesamtindikators um 0,2 Zähler auf immer noch gute 10,8 Punkte.

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