Konjunktur
Bis Mai leicht im Plus

Der Mai des vergangenen Jahres war ein wahrer Wonnemonat für die deutsche Möbelindustrie mit einem Umsatzplus in Höhe von 15,8% und durchgehend zweistelligen Wachstumszahlen in den einzelnen Segmenten. Dieses starke Ergebnis konnte die Branche im Mai dieses Jahres nicht bestätigen und erzielte – auch aufgrund von zwei Arbeitstagen weniger – ein Umsatzminus von 7,6% gegenüber dem Vorjahresmonat, wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.
Den deutlichsten Rückgang mussten dabei die Matratzen-Hersteller hinnehmen, die 15,1% unter den Werten aus dem Mai 2017 lagen und insbesondere im Inland deutlich weniger Umsatz erzielten (-16,5%). Die deutschen Polstermöbel-Hersteller verbuchten sowohl im Inland (-10,6%) als auch im Ausland (-13,0%) ein zweistelliges Minus und kamen insgesamt auf 11,4% weniger Umsatz als im Vergleichsmonat.
Auch die übrigen Segmente der deutschen Möbelindustrie mussten ein Minus hinnehmen, das bei Büro- und Ladenmöbeln mit -5,7% noch am geringsten ausfiel, während die Umsätze mit Küchen- und Wohnmöbeln jeweils um 7,7% zurückgingen.
Kumuliert über die ersten fünf Monate dieses Jahres erzielte die deutsche Möbelindustrie rund 7,462 Mrd. Euro Umsatz, was einem leichten Plus von 0,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Als größte Gewinner weisen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes im bisherigen Jahresverlauf Büro- und Ladenmöbel (+7,0%) vor Küchenmöbel (+3,0%) aus. Die Umsätze der deutschen Matratzenindustrie sind dagegen bis Mai deutlich rückläufig (-13,1%).

Deutsche Möbelausfuhren bis Mai im Plus

Die Ausfuhren von Matratzen gingen bis Mai ebenso zurück (-4,2%) wie die Exporte von Ladenmöbeln (-14,2%), Polstermöbeln (-2,6%), Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln (-2,5%) sowie Sonstigen Möbeln (-2,4%). Dass der deutsche Möbelaußenhandel in den ersten fünf Monaten 2018 dennoch 1,5% im Plus liegt, ist Sonstigen Sitzmöbeln (+7,8%), Büromöbeln (+4,1%) und Küchenmöbeln (+3,8%) zu verdanken. Im Einzelmonat Mai lagen dagegen auch bei den Ausfuhren alle Teilsegmente im Minus, was sich in insgesamt 8,0% weniger Export-Umsatz widerspiegelt.
Die Einfuhren waren im Mai insgesamt ebenfalls rückläufig (-8,6%) – nur Büromöbel (+2,3%) sowie Matratzen (+5,0%) wurden umsatzseitig mehr importiert. Einzig in diesen beiden Segmenten lagen die Importzahlen auch über die ersten fünf Monate 2018 gesehen über den Werten aus dem Vorjahreszeitraum, womit die Einfuhren des deutschen Möbelaußenhandels bis Mai leicht rückläufig sind (-0,2%).

Polnischer Außenhandel wächst in beide Richtungen

Vom polnischen Möbelaußenhandel liegen bisher nur die Zahlen bis März vor, die allerdings einen erneuten Zuwachs des polnischen Möbelaußenhandels – sowohl Ein- als auch Ausfuhren – ausweisen.
Auf Import-Seite hat China (+12% auf 136 Mio. Euro) seine Führungsposition im polnischen Möbelaußenhandel gegenüber Deutschland (+3% auf 119 Mio. Euro) weiter ausgebaut. Dahinter liegen Tschechien (+23% auf 42 Mio. Euro) und Italien (-10% auf 31 Mio. Euro) auf den Plätzen drei und vier. Insgesamt wuchsen die polnischen Möbelimporte im ersten Quartal auf 589 Mio. Euro an (+10%).
Auch die  polnischen Möbelausfuhren hatten im ersten Quartal einen erneuten Zuwachs von insgesamt +5% auf rund 2,905 Mrd. Euro vorzuweisen. Deutschland liegt als Zielland auch weiterhin klar an der Spitze und führte im ersten Quartal dieses Jahres Möbel im Wert von 1,091 Mrd. Euro (+6%) aus Polen ein. Mit einigem Abstand folgen in diesem Zeitraum Tschechien mit 229 Mio. Euro (+13%), Frankreich mit 173 Mio. Euro (+6%) und den Niederlanden mit 166 Mio. Euro (+4%), die Großbritannien als Nummer vier der wichtigsten Zielländer polnischer Möbel ablösen, da die polnischen Möbelausfuhren dorthin im ersten Quartal um 18% abnahmen.

Konsumklima flaut leicht ab

Deutschland bleibt also klar größter Abnehmer polnischer Möbel, womit auch für den deutschen Möbelhandel  – im Mai steht ein Minus von 6,7% zu Buche – Möbel aus Polen eine wichtige Rolle spielen.
Ob der deutsche Möbelhandel in den nächsten Monaten bessere Zahlen vorweisen kann, bleibt abzuwarten. Die GfK jedenfalls hat in ihrer Konsumklimastudie für Juli 2018 herausgefunden, dass sich Anschaffungsneigung und Einkommensaussichten derzeit im Gleichschritt entwickeln. Auch die Konsumneigung erleidet aktuell minimale Verluste in Höhe von 0,1 Zählern. Mit 56,2 Punkten weist sie zudem ein mit dem Einkommensindikator vergleichbares Niveau auf. Trotz welt­politisch unsicherer Zeiten bleibe die Kauflust der Bundesbürger bislang ungebrochen.
Die Gründe für diese positive Entwicklung seien ähnlich wie bei der Entwicklung der Einkommenserwartung. Dreh- und Angelpunkt sei die große Stabilität des Arbeitsmarktes, die es den Bundesbürgern ermögliche, ein größeres finanzielles Engagement einzugehen und sich nötigenfalls zu verschulden, denn die große Mehrheit der Konsumenten habe einen sicheren Arbeitsplatz und damit Planungssicherheit. Das niedrige Zinsniveau sei dabei ebenfalls ein wichtiger Helfer.
Für August prognostiziert die GfK einen leichten Rückgang des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,6 Punkte. Das Konsumklima stagniert folglich derzeit auf einem noch guten Niveau.

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