Konjunktur
Jahresstart geglückt

Nachdem die deutsche Möbelindustrie ein eher durchwachsenes Jahr 2017 erlebt hatte, ist der Start in 2018 mit einem Gesamtplus von 4,3% auf 1,415 Mrd. Euro im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat direkt positiv ausgefallen. Noch besser erscheint der Jahresauftakt unter dem Gesichtspunkt, dass der Vergleichsmonat aus dem Vorjahr selbst ein Plus von starken 9,9% vorzuweisen hatte.
Der geglückte Start betrifft nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes auch den Großteil der Teilsegmente der deutschen Möbelindustrie. Büro- und Ladenmöbel liegen mit starken +18,6% klar an der Spitze. Besonders mit Laden- und sonstigen Objektmöbeln (+29,4%) erzielte dieses Teilsegment deutlich mehr Umsätze als im Januar 2017. Auch die Küchenmöbler liegen mit +4,5% über den Werten aus dem Vergleichsmonat und haben speziell im Ausland höhere Umsätze erzielt (+7,6%). Bei den Wohnmöbelherstellern war im Januar dagegen ein rückläufiges Auslandsgeschäft zu beobachten (-2,8%). Durch das gute Plus im Inland (+5,3%) bleibt für das größte Teilsegment der deutschen Möbelindustrie dennoch ein Gesamtplus in Höhe von 2,5% im ersten Monat des Jahres hängen.
Lediglich zwei Teilsegmente mussten rückläufige Umsätze hinnehmen. Die Matratzenhersteller erwirtschafteten ein deutliches Minus in Höhe von 16,9% und die Umsätze der Polstermöbler lagen um 5,6% unter den Werten aus dem Vorjahresmonat.

Ausfuhren wachsen kräftiger als Einfuhren

Das Plus von 4,8% auf Seiten der Ausfuhren des deutschen Möbelaußenhandels im Januar kann sich ebenfalls sehen lassen. Wenngleich es sich etwas anders zusammensetzt als die Gesamtumsätze der deutschen Möbelindustrie, da 15,6% weniger Ladenmöbel ausgeführt wurden, während die Exporte der Polstermöbel um 3,2% zunahmen. Exportprimus sind die Wohn-, Ess- und Schalfzimmermöbel (+13,9%) vor Küchenmöbeln (+10,1%).
Auch auf Seiten der Importe gibt es ein paar Ausreißer. Während deutlich weniger Ladenmöbel (-30,4%) eingeführt wurden, stiegen die Importe von Büromöbeln (+15,9%) und Matratzen (+27,1%) deutlich an. Damit schlägt im Januar auch für die Einfuhren des deutschen Möbelaußenhandels ein Plus von 3,9% zu Buche. So stehen 1,144 Mrd. Euro Einfuhren 848 Mio. Euro Ausfuhren gegenüber. ast

Gastanalyse zum Ifo-Geschäftsklimaindex

Der deutsche Möbelhandel konnte ebenfalls mit einem Plus (+3,6%) in das Jahr starten. Die konjunkturelle Erholung im Möbelhandel, die sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres abgezeichnet hatte, setzte sich im ersten Quartal 2018 allerdings nicht fort. Vielmehr ist eine nicht unerhebliche Abschwächung eingetreten. Zu dieser Aussage gelangt man anhand der Entwicklung des saisonbereinigten und geglätteten Ifo-Geschäftsklimaindex, der als bewährter Konjunkturindikator angesehen werden kann.
Hier die Zahlen: Seit dem zweiten Quartal 2017, in dem ein Indexstand von -7,2 Punkten vorgelegen hatte, hat sich der Index im dritten Quartal auf -2,3 und im vierten auf bemerkenswerte 2,5 Indexpunkte hochgearbeitet. Das lässt sich ohne Zweifel als konjunkturelle Erholung interpretieren.
Im ersten Quartal 2018 allerdings ist der Index wieder auf einen Stand von -0,4 Punkten gefallen, was analog als konjunktureller Rückschlag zu werten ist. Während der Index im Januar noch bei 2,4 Punkten verharrte, ist er in Folge – also im Februar und im März – auf 0,0 bzw. -3,4 Punkte zurückgegangen.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Urteil der Testfirmen wider. Sprach im Januar und auch im Februar per Saldo jeweils noch ein Viertel der Testfirmen von einer guten Geschäftslage, so tendierte dieser Firmensaldo im März gegen null. Dabei stand ein Drittel „Gut“-Stimmen ein Drittel „Schlecht“-Stimmen gegenüber, also offensichtlich eine sehr unterschiedliche Situation von Firma zu Firma.
Die entsprechenden Vorjahresumsätze, die im Januar insgesamt wohl noch geringfügig übertroffen werden konnten, lagen im März insgesamt im Minus (Firmensaldo: -27%). Die Lagerbestände sind im Möbelhandel strukturell leicht überhöht, zuletzt bei  22% der Testfirmen. Die zu Anfang des Jahres zu beobachtenden Preiserhöhungen haben sich im März geringfügig abgeschwächt. Für die nächsten drei Monate rechnen allerdings drei Zehntel der Firmen mit Preissteigerungen. Was die mittelfristigen Geschäftsaussichten betrifft, gehen 24% der Testteilnehmer von einer Geschäftsabschwächung, allerdings auch 17% von Belebungsimpulsen aus. Walter Meyerhöfer

Holzgewerbe deutlich im Plus

Belebende Impulse hat auch das deutsche Holzgewerbe im Januar durch ein starkes Umsatzplus von 14,9% gegenüber dem Vorjahresmonat erfahren. Alle Teilsegmente erzielten – außer dem kleinsten Segment Parketttafeln (+3,0%) – sogar ein zweistelliges Plus.
Ungewöhnlich hoch fiel dieses Wachstum mit +42,0% bei den Holzverpackungen aus. Das größte Teilsegment der Branche, die Holzwerkstoffe, startete ebenfalls mit einem guten Plus von 10,8% in das neue Jahr.
Auch das zweitgrößte Segment, der baunahe Bereich, wuchs im Januar kräftig um 19,5%. Ob in diesem Segment zukünftig ähnlich hohe Wachstumszahlen zu beobachten sein werden, bleibt allerdings mit Blick auf die Baugenehmigungen abzuwarten. Das Statistische Bundesamt jedenfalls misst im Januar einen Rückgang der Genehmigungen um 2,2% – das sechste Minus in Folge. Von dieser Entwicklung weniger abhängig sind die Sägewerke, die im Januar ein Plus von 12,3% erzielten.

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