Konjunktur
März schmälert die Quartals-Bilanz

Industrie: -6,6% Handel: -1,1%

So frostig wie das Wetter im März, der kälter als der Januar war, fiel auch die Umsatz-Bilanz der deutschen Möbel­industrie im ersten Frühlingsmonat aus. Die auf den Angaben des Statistischen Bundesamtes beruhenden Umsätze lagen um 6,6% unter den Zahlen aus dem Vorjahresmonat.

Besonders stark fiel das Minus im März bei den Matratzen-Herstellern aus, die 18,1% weniger Umsätze erwirtschafteten als im März 2017. Aber auch die Werte für Polstermöbel (-10,8%), Wohnmöbel (-8,8%) und Küchenmöbel (-6,6%) lagen deutlich unter dem Vorjahresmonat. Einzig Büro- und Ladenmöbel konnten im März mit einem Plus von 2,1% zule­gen und waren gerade im Ausland (+18,7%) überaus gefragt.
Auch über die ersten drei Monate hinweg sind die Büro- und Ladenmöbel mit einem Plus von 9,3% das erfolgreichste Teilsegment der deutschen Möbelindustrie. Außer diesen konnten im ersten Quartal desJahres noch Küchenmöbel um 1,9% höhere Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal erzielen. Die anderen Teilsegmente – Wohnmöbel (-3,3%), Polstermöbel (-5,6%) und Matratzen (-15,0%) – lagen unter den Umsätzen aus dem ersten Quartal 2017, womit die deutsche Möbelindustrie das erste Quartal dieses Jahres mit einem minimalen Minus (-0,1%) und rund 4,5 Mrd. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres abgeschlossen hat.

Außenhandel nimmt zu – in beide Richtungen

Etwas besser lief es für den deutschen Möbelaußenhandel. Im ersten Quartal 2018 konnten die heimischen Hersteller ihre Exporte um 1% auf rund 2,7 Mrd. Euro steigern, obwohl es zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr gab. Vor allem in den USA erzielten die deutschen Hersteller mit einem Exportplus von 25,3% auf 127 Mio. Euro besondere Erfolge, womit das Land um zwei Positionen auf Rang sieben im Ranking der wichtigsten Exportländer nach vorne rückt. "Doch nicht nur jenseits des Atlantiks“, so der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth, „sondern auch in Asien sind die deutschen Möbelhersteller erfolgreich unterwegs.“ So konnten die Ausfuhren nach China um 24,2% auf rund 80 Mio. Euro gesteigert werden, und auch die Exporte nach Südkorea legten – wenngleich auch auf sehr niedrigem Niveau von rund 10 Mio. Euro – um stattliche 40,9% zu. Der weiterhin wichtigste Abnehmer für die deutschen Möbel bleibt aber Frankreich (+1,4%) vor der Schweiz (-5,5%) und Österreich (+1,0%).
Es bleibt laut Kurth zu hoffen, dass die Chancen des globalen Freihandels weiterhin von allen Akteuren rund um den Globus genutzt werden können, um den Verbrauchern die Produkte ihrer Wahl zu vertretbaren Preisen anzubieten. Aktuelle Irritationen des Warenaustauschs demonstriert dagegen das Beispiel Großbritannien. Angesichts der durch die Brexit-Debatte ausgelösten Verunsicherung der britischen Konsumenten und der leichten Abwertung des Pfund gegenüber dem Euro gingen die deutschen Möbelexporte über den Ärmelkanal im ersten Quartal 2018 bereits um 10,8% auf 166 Mio. Euro zurück. Ein Blick auf die Teilsegmente führt als Gewinner auf Seiten der deutschen Exporte im ersten Quartal Sonstige Sitzmöbel (+5,2%), Büromöbel (+4,0%), Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel (+3,4%) sowie Küchenmöbel (+2,8%). Auf Importseite wurden im Quartalsvergleich mehr Matratzen (+8,4%) und Büromöbel (+8,4%) eingeführt. Auch hier konnten die USA mit einem Plus von 47,6% an eingeführten Möbeln nach Deutschland ordentlich zulegen.

Verbraucherstimmung trotzt geopolitischen Risiken

Die Konsumlaune der Deutschen bleibt auch weiterhin auf hohem Niveau, wie aus dem HDE-Konsumbarometer hervorgeht. Die Verbraucher zeigen sich demnach von den risikobehafteten gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen relativ unbeeindruckt. Getrieben wird die positive Entwicklung insbesondere von der Anschaffungsneigung der privaten Haushalte, die im Juni 2018 ein neues Hoch erreicht. Gleichzeitig aber wächst die Sparneigung der Verbraucher. Die privaten Haushalte planen in den nächsten Monaten die erwarteten Einkommenssteigerungen sowohl für Anschaffungen als auch für den Aufbau von Finanzpolstern zu nutzen. „Die Politik muss jetzt ein klares Signal für eine dauerhafte Stärkung der Kaufkraft setzen. Die Menschen müssen Vertrauen in eine langfristig positive Entwicklung der Konjunktur bekommen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.  Das könne nur über spürbare Entlastungen für kleinere und mittlere Einkommen erreicht werden. Die von der Großen Koalition bislang vereinbarten Maßnahmen seien zu zaghaft und müssten angesichts der Rekord-Steuereinnahmen durch mutigere Entlastungen ergänzt werden.

Ausgezeichnete Händler

Welchen Händlern die Verbraucher in puncto  Service, Preis und Qualität besonders vertrauen, wollte indes „Der Handel“ für die Studie „Deutschlands Top-Händler 2018“ wissen und hat mehr als fünf Millionen Aussagen zu 707 Händlern ausgewertet. Acht Händler haben dabei die Höchstpunktzahl 100 erhalten – unter ihnen perfekt-schlafen.de sowie Küche&Co. Basis war die Kommunikation zu diesen Händlern in Online-Medien, Foren, Blogs, Twitter und Facebook, die mithilfe des sogenannten Social Listenings und Künstlicher Intelligenz unter wissenschaftlicher Begleitung analysiert wurde. Ganz vorne dabei sind außerdem noch Home24 (97,2 Punkte), daheim.de (97,0 Punkte – gehört jetzt zu Segmüller), Küchen Aktuell (95,7 Punkte) und Butlers (95,5 Punkte). ast
 

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