Lechner
Eigeninsolvenzantrag beim Arbeitsplatten-Hersteller

Der Arbeitsplatten-Spezialist Lechner beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und sieht gute Zukunftsperspektiven trotz des jetzt gestellten Insolvenzantrages. Foto: Lechner

Die Lechner Holding AG sowie die D. Lechner GmbH, international führende Hersteller von maßgefertigten Küchenarbeitsplatten und -rückwänden sowie zweitgrößte Arbeitgeber der Region Rothenburg ob der Tauber, haben am 25. November 2021 beim Amtsgericht Ansbach Eigeninsolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen Lechner werde aber uneingeschränkt fortgeführt, teilte das Unternehmen dazu mit. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb zu restrukturieren und neu aufzustellen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl bestellt.

Als führender Arbeitsplatten und -rückwandkonfektionär im Premiumsegment in Europa beschäftigt das Traditionsunternehmen Lechner 600 Mitarbeiter am Standort Rothenburg ob der Tauber. In den letzten Jahren konnte Lechner innovative Produkte erfolgreich in den Markt einführen und den Umsatz mit bestehenden und neuen Kunden nennenswert ausbauen. Sprunghaft angestiegene Material- und Logistikpreise im Jahres­verlauf hätten die Liquidität des Unternehmens allerdings belastet. Zudem sei es zu Lieferverzögerungen der Vorlieferanten gekommen, sodass im vierten Quartal Aufträge nicht wie geplant abgearbeitet werden konnten.

Die Insolvenzantragstellung erfolgte frühzeitig wegen drohender Zahlungsunfähigkeit: „Wir gehen so einen notwendigen Schritt zur langfristigen Sicherung unseres Unternehmens. In den kommenden zweiMonaten wollen wir unser Unternehmen nachhaltig zukunftsorientiert ausrichten“, beschreibt Andrea Lechner-Meidel, Geschäftsführerin und Vorständin der Lechner AG,die derzeitige Situation.

Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Der Geschäftsbetrieb läuft während der Insolvenz "unverändert, uneingeschränkt und verbindlich weiter", so das Unternehmen in einer Presseinformation zum Insolvenzantrag. „Kunden und Lieferanten können sich weiterhin auf den Warenzufluss, die Produktion, Termin- und Liefertreue verlassen“, so Lechner-Meidel. Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sichert dabei die Bundesagentur für Arbeit bis Ende Januar. Im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung wurde die Belegschaft am 26. November 2021 über die aktuelle Situation informiert. Die Insolvenzantragstellung eröffne dem Unternehmen Chancen zur Umsetzung des eingeleiteten Sanierungsweges. Die Gespräche mit Investoren sollen fortgesetzt und intensiviert werden. 

Die Ausgangslage des Unternehmens stellt sich dabei nach eigenen Angaben sehr gut dar: „Die Auftragsbücher sind voll und ein erstes Feedback unserer Kunden und Partner zeigt uns, dass diese mit vollem Vertrauen zu uns stehen“, so Christian Eichenberg, Bereichsleiter Vertrieb. Lechner genieße als Marktführer im Premiumsegment für Arbeitsplatten eine hohe Reputation am Markt.


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