Lectra-Event zur Digitalisierung der Möbelindustrie
„Die Zukunft aufmöbeln“

Auf Experten-Vorträge und Networking folgte eine Führung durch die Allianz Arena. Foto: Lectra

Lectra, der Technologie-Partner für Textil und Leder verarbeitende Unternehmen, empfing Polstermöbler aus ganz Deutschland – darunter Polipol, Himolla und Koinor – sowie den Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP), zum Networking in der Allianz Arena in München.

Neben Experten-Vorträgen diskutierten die Teilnehmer in individuellen Gesprächen über Innovationen im Mittelstand, veränderte Kundenerwartungen, den Mehrwert von digitalen Ökosystemen, die Intralogistik bei Losgröße 1 und eine digitale Strategie für den Erfolg im Markt.

Innovationsexperte Jens Uwe-Meyer betonte in seinem Vortrag die Vorteile kleinerer Unternehmen bei Kreativität, Ideenfindung und digitaler Transformation. Während Großkonzerne in festgefahrenen Strukturen Veränderungsprozesse einleiten müssen, verfügen viele Mittelständler über kurze Wege, schnelle Entscheidungsprozesse und motivierte Mitarbeiter. Meyers Rat für die digitale Transformation: „Identifizieren Sie die Mitarbeiter, die eine Veränderung bewirken, und halten sie diesen bei der Umsetzung den Rücken frei. Setzen Sie sich dabei realistische Ziele mit einem Zeithorizont von maximal sechs Monaten“.

Ralf Jackels vom Institut für Handelsforschung Köln zeigte, welche neuen Erwartungen Endkunden in der Polstermöbelbranche haben. „Der typische Möbelkäufer sucht nach Informationen online, kauft stationär, und verlangt dabei nach immer mehr Individualisierung, Qualität und kurzen Lieferzeiten“, so Jackels. Der Anteil des stationären Handels sei zwar immer noch enorm, Wachstum gäbe es allerdings nur im Online-Bereich. Am erfolgversprechendsten seien daher für Polstermöbler Multi-Channel-Ansätze.

Daneben präsentierte Christian Neumann, Geschäftsführer von Tapio den Mehrwert von digitalen Ökosystemen und offenen digitalen Standards am Beispiel der Holzindustrie. Mark Reuber, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche und technologische Unternehmensführung an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, zeigte, wie etwa Routenzüge die Intralogistik bei kleinen Losgrößen verbessern. Reubers Ratschlag: Mittelständler sollten zuerst den Prozess optimieren, um anschließend diesen guten Prozess zu digitalisieren.

„Das Networking-Format und die Einzelgespräche mit den Experten vermittelten nicht nur neues Wissen, sondern gaben viele frische Impulse für Innovationen und Projekte in unserem Unternehmen“, sagt Markus Fischer, Technische Planung/Engineering bei Himolla.

„Wir sehen uns als Partner der Polstermöbel-Branche, wenn es darum geht, eine digitale Strategie in den Bereichen Produktentwicklung, Industrialisierung und Zuschnitt umzusetzen. Mit unseren Veranstaltungen wollen wir der Branche eine Plattform bieten, die digitale Transformation voranzutreiben“, schließt Holger Max-Lang, Geschäftsführer Lectra Deutschland. Die Veranstaltung endete für die Teilnehmer mit einer Stadion-Führung durch die Allianz Arena, von der VIP-Tribüne durch die Spielerkabine bis auf die Trainerbank.


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