Markt für Haus- und Heimtextilien
Moderat rückläufige Entwicklung

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Köln. Der neue „Branchenbericht Haus‑ und Heimtextilien“ des IFH Köln in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung zeigt, dass sich die Branche weiterhin rückläufig entwickelt. 2025 sank das Marktvolumen um 1,2 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Auch für die kommenden Jahre bis 2030 rechnen die Marktexperten mit einer moderat rückläufigen Entwicklung.

 „Kurzfristige Sondereffekte wie der Homing‑Trend während der Pandemie haben dem Markt zwar vorübergehend Auftrieb gegeben, doch diese Phase war nicht nachhaltig. Heute sehen wir, dass das Nachfrageverhalten wieder deutlich verhaltener ausfällt und viele Konsumenten Anschaffungen im Wohnbereich zurückstellen. Für Händler und Hersteller bedeutet das: Sie müssen sich auf ein dauerhaft anspruchsvolles Marktumfeld einstellen", so Dominik Nuß, Executive Consultant bei der BBE Handelsberatung.

Ein Blick auf die Teilmärkte – Textile Bodenbeläge, Bettwaren, HTB-Wäsche (Haus-, Tisch- und Bettwäsche) sowie Gardinen-/ Dekostoffe – zeigt: Der Abwärtstrend betrifft nahezu alle Teilmärkte. Besonders deutlich verlieren in der langfristigen Betrachtung zwischen 2019 und 2024 die Textilen Bodenbeläge. Diese werden zunehmend durch non‑textile Alternativen wie elastische Bodenbeläge ersetzt. Der vollflächige Teppichboden, einst Standard im privaten wie gewerblichen Umfeld, verliert aus optischen, hygienischen und gesundheitlichen Gründen weiter an Relevanz. Eine Ausnahme stellt die Warengruppe der Webteppiche dar, also beispielsweise kleinere Synthetik-Teppiche, die auf lange Sicht ihr Umsatzniveau halten konnten und aktuell ein Umsatzplus erzielten.     

„Aktuell sehen wir keinen Wachstumstreiber in den Warengruppen. Bereiche wie textile Bodenbeläge oder Matratzen sind seit Jahren rückläufig und bremsen den Gesamtmarkt spürbar aus. Die Entwicklung ist nicht kurzfristig, sondern strukturell – und genau das macht die Herausforderung für die Branche so groß“, ordnet Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH Köln, die Ergebnisse ein.

Der Wettbewerbsdruck im digitalen Raum nimmt weiter zu. Seit 2016 haben Onlinespezialisten wie Amazon, Otto oder Temu im Markt für Haus‑ und Heimtextilien 12 Prozentpunkte Marktanteil hinzugewonnen. Doch nicht nur die Onlinespezialisten treiben das Onlinegeschäft voran. Auch Hersteller sowie der stationäre Handel (z. B. Lidl, Kaufland etc.) profitieren vom Onlineboom und konnten ihre Onlineumsätze seit 2016 um 32 bzw. 78 Prozent erhöhen.

Quelle: Branchenbericht Haus- und Heimtextilien, IFH Köln 2026

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