Mehr Schlagkraft für die Möbelbranche

FURNeCorp-Konsortialtreffen an der Möfa (v. l.): Konstantin Krahtov, Geschäftsführer Open-Experience, Patrick Sönke, Geschäftsführer 1eEurope, Dietmar Weber, Geschäftsführer IWOfurn, Antonio Satta, Projektleiter Mybe, Klaus Bröhl, Geschäftsführer IWOfurn,

Das Branchenprojekt FURNeCorp läuft seit nunmehr acht Monaten und die Pilotpartner – Ostermann, W. Schillig und Rauch – sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. In den kommenden 24 Monaten wollen sie das Feedback-Management in den Product Lifecycle integrieren und auf Grundlage einer ECR-Methodik (Efficient Consumer Response) Standards schaffen – so wie es in anderen Branchen, wie z. B. in der Medizintechnik bereits gelungen ist. IWOfurn entwickelt als B2B-Branchenplattform im Verlauf des Projekts ein unabhängiges und offenes Modul, das es allen Händlern, Herstellern und Dienstleistern ermöglicht, die gesammelten und strukturierten Informationen gewinnbringend zu nutzen.

Das 3. FURNeCorp-Konsortialtreffen am 30. Juni in der Kölner Möbelfachschule machte deutlich, dass das Branchenprojekt eine enorme Rele-vanz für die gesamte Einrichtungsbranche besitzt. „Das brancheninterne Interesse an diesem Projekt ist immens. Das zeigt vor allem auch die Beteiligung der Chefetagen von Branchenverbänden wie BVDM und DCC sowie von den Pilotpartnern Ostermann, Schillig und Rauch“, meinte Markus Ermert, DLR Projektträger. 

Die Digitalisierung von strukturierten Informationen voranzutreiben ist eine der Hauptaufgaben der Einrichtungsbranche. Ralf Franke vom Bundes-ministerium für Wirtschaft und Energie sieht dabei in FURNeCorp den richtigen Ansatz: „Es nützt nichts, mangelhafte Prozesse zu digitalisieren. Diese Prozesse müssen zunächst überarbeitet werden – erst dann macht eine Digitalisierung Sinn. Und genau hier setzt FURNeCorp an.“

Da vor allem in der Möbel- und Einrichtungsbranche noch viele unternehmensübergreifende Prozesse veraltet und unstrukturiert sind, gibt es sowohl auf Händler- als auch auf Herstellerseite erhebliche Schwachstellen. 

Florian Franz vom Einrichtungshaus Ostermann sieht hier zwingend Handlungsbedarf und verdeutlicht plakativ, worauf es aktuell ankommt: „Die Hoffnung liegt in der Änderung der gesamten Branchenkultur. Die Zukunft des – stationären – Möbelhandels muss im Zuge der Digitalisierung gesichert werden.“ Die FURNeCorp-Initiative hat sich diesbezüglich das Ziel gesetzt, unstrukturierte Informationen zu strukturieren. Die Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie soll durch die Einführung von einheitlichen Klassifikations- und Austauschformat-Standards dauerhaft verbessert werden. Somit wird beispielsweise ein Austausch von produktspezifischen Feedback-Informationen aus allen Produktlebens-Phasen ermöglicht, um Analysedaten zu erfassen, zu verarbeiten sowie diese über ein branchenweit einheitliches Datenformat zwischen den Partnern verteilen zu können. 

Neben dem strukturierten Nutzen möchte FURNeCorp auch einen sichtbaren Nutzen erzeugen. Dabei soll es eine 50-prozentige Verkürzung der Reklamations-Abwicklung und eine Reduzierung der Reklamationsquote geben. Durch eine Verbesserung der Produkt- und Prozess-Qualität sollen zudem Lieferzeiten deutlich verkürzt werden. Und auch in Sachen Kundenzufriedenheit liefert das Branchen-Projekt die passenden Werkzeuge. Individuelle Lösungen und die gezielte Bereitstellung von Informationen können zu einer höheren Kundenzufriedenheit und -bindung beitragen, was sich in messbaren Umsatzzuwächsen widerspiegelt.

FURNeCorp ist Teil der Förderinitiative „E-Standards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. gs

Mehr Informationen zur FURNeCorp-Initiative finden Sie unter: www.furnecorp.de

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