Mit Erfindungsreichtum und Teamgeist zum Erfolg

Thomas Bußkamp übernahm 2014 im Rahmen eines Management-Buy-Outs die Mehrheit an der Gruppe und ist die treibende Kraft hinter dem Erfolg. Foto: Schwarze

In nur wenigen Unternehmen ist der langfristige Erfolg so untrennbar mit einem Namen verbunden. Der Ingenieur Bußkamp wurde 1995 nach dem Verkauf von Lück an die schwedische Bonnier-Gruppe Geschäftsführer und ist heute Mehrheitseigner des Unternehmens. Er formte aus dem kleinen Bocholter Zulieferbetrieb einen der Marktführer im Bereich Bettwaren, Matratzen und Schlafkomfort mit rund 300 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2015. Und dies vor allem durch Ingenieurskunst und Teamgeist. Viele der Innovationen und Patente von Lück waren nur durch die von Bußkamp und seinem Team selbst entworfenen und gebauten Spezialmaschinen möglich. Und auch wenn man von Bocholt aus in-zwischen Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, Polen, Litauen und China entwickelt hat, so ist doch der Teamgeist in der gesamten Gruppe länderübergreifend immer spürbar.

Großes Fest zum Geburtstag

Zum Geburtstag gab es gleich mehrere Feiern bei Lück. So wurde zum einen mit den Mitarbeitern eine große Party gefeiert. Zum anderen gab es einen Gala-Abend mit Freunden und Geschäftspartnern aus Industrie, Handel und Finanzwesen, für den man eine leere Industriehalle in einen eindrucksvoll geschmückten Festsaal verwandelt hatte. Und nicht zuletzt waren auch die Familien der Mitarbeiter sowie alle Bocholter zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, bei dem die Werkstore offenstanden und sich jeder ein Bild von der modernen Produktion und den innovativen Produkten machen konnte. Und davon gibt es eine ganze Menge. Denn auch wenn das Unternehmen seine Wurzeln im Bereich der Polstermöbel hat, so kam doch schon bald das „Medical“-Segment hinzu, mit all seinen besonderen Produkten für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. 2004 übernahm Lück als Meilenstein in der Firmengeschichte Badenia Bettcomfort, 2011 kamen Brinkhaus und das französische Unternehmen Abeil hinzu, und die Euro-Comfort Group nahm ihre heutige Gestalt an.

Das Programm der Feier wurde unter anderem von Mitarbeitergruppen aus den verschiedenen internationalen Werken gestaltet. Fotos: Lück

Dankbarer Blick zurück

Ein solches Jubiläum ist immer auch eine Gelegenheit zurückzublicken, und das tat Thomas Bußkamp während der Jubiläumsfeier voller Dankbarkeit: „Wir halten zusammen, wir sind ein Team.Wir arbeiten miteinander und nicht
gegeneinander. Alte Kollegen und neue Kollegen, Vorgesetzte und Mitarbeiter, Männer und Frauen, deutsche und ausländische Mitarbeiter, alt und jung. Wir unterstützen uns gegenseitig“, so der geschäftsführende Gesellschafter in seiner Ansprache. Bußkamp machte deutlich, dass das Unternehmen nur dank seiner Mitarbeiter und deren Engagement so erfolgreich sein könne: „Wir stehen für Menschlichkeit im Umgang miteinander. Wir haben vernünftige Arbeitsbedingungen selbst an Standorten wie China, wo das nicht selbstverständlich ist. Wir fühlen uns den Menschen, die mit uns arbeiten, verpflichtet. Und bei uns wird grundsätzlich niemand, egal aus welchem Grund, ausgegrenzt oder diskriminiert. Ein vernünftiger Interessenausgleich zwischen Gesellschaftern, Geschäftsführung und Belegschaft ist die Basis unserer Zusammenarbeit.“ Alle seien bei der EuroComfort Group mit Herzblut dabei und das persönliche Engagement der Mitarbeiter sei an allen Standorten gleichermaßen spürbar. Und so basiere eben auch der Unternehmenserfolg auf den gemeinsamen Werten: „Das Erfolgskonzept der EuroComfort Group ist die gesunde Mischung aus gelebten Werten und Verhaltensweisen, die sich durch die Jahre und die Geschichte der Gruppe ziehen wie ein roter Faden: Pioniergeist, Kompetenz, Menschlichkeit, Bodenständigkeit und Freude an der gemeinsamen Arbeit und dem gemeinsamen Erfolg. So ist es, so mögen wir es und so soll es auch bleiben.“

Aus einer Werkshalle wurde wie von Zauberhand ein stimmungsvoller Festsaal. Foto: Schwarze

Geduldige Gesellschafter

Bei seinem Dank an die Freunde und Partner des Unternehmens hob Bußkamp die langjährigen Inhaber und heutigen Minderheitsgesellschafter der EuroComfort Group von der schwedischen Bonnier Gruppe hervor, die ihn persönlich und das Tochterunternehmen immer sowohl finanziell als auch moralisch unterstützt hätten. Der ehemalige Finanzchef Hans Olov Johansson war als Vertreter des schwedischen Medienkonzerns nach Bocholt gekommen, um seine Glückwünsche an Lück und an Thomas Bußkamp persönlich zu übermitteln. Er betonte, dass bei der Übernahme 1995, als Lück- um sein Überleben kämpfte, das Unternehmen als wichtigstes Asset den künftigen Geschäftsführer Bußkamp aufzuweisen hatte. Damals habe Lück 178 Mitarbeiter und rund 10 Mio. Euro Umsatz gehabt. Heute sind es bekanntermaßen rund 4.000 Mitarbeiter und mehr als 300 Mio. Euro Umsatz: „Wir setzten auf einen engagierten und erkennbar talentierten jungen Mann. Unsere Erwartungen an diesen jungen Mann wurden in den folgenden Jahren bei Weitem übertroffen.“ Dass Bußkamp die Gruppe später, als Bonnier eigentlich an einen Finanzinvestor verkaufen wollte, selbst übernommen habe, sei das Beste, was der EuroComfort Group habe passieren können: „Die Erfolgsgeschichte von Lück und der EuroComfort Group bekam so ihr Happy End!“ Und so kann man eigentlich nur gespannt sein, wie die Erfolgsgeschichte weitergeht. Bis zum 50-jährigen Jubiläum in zehn Jahren und darüber hinaus. Arnd Schwarze

Bei einer ausführlichen Werksbesichtigung konnten sich die Besucher der Jubi­läumsgala einen Eindruck von der modernen Matratzen-Produktion verschaffen.

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