Mittelstandsverbund ZGV
„Verbundgruppen müssen näher zusammenrücken“

Mittelstandsverbund-Präsident Günter Althaus. Foto: ZGV

Stürmische Zeiten, nicht nur für den mittelständischen Handel, das Handwerk und Dienstleistungsunternehmen, zunehmend auch für Ihre Verbünde. Das ist die Quintessenz des ZGV-Präsidiums anlässlich der Frühjahrssitzung 2018 in Bonn. „Immer mehr kleinere und mittlere Verbundgruppen geraten durch die aggressiven Internetplattformen und das sich radikal verändernde Kundenverhalten unter Druck, notwendige Innovationen sind oft kaum zu organisieren und erst recht nicht zu finanzieren. Absehbar ist deshalb eine weitere Konzentration“, heißt es in einer Mitteilung des ZGV.

Nur im Schulterschluss lasse sich das notwendige Innovationstempo erhöhen und die Leistungen zur Förderung der Anschlussunternehmen als originäre Schlüsselaufgabe der Verbundgruppen sicherstellen.

Natürlich gelte es auch, so Präsident des Mittelstandsverbundes Günter Althaus, geschlossen für eine Verbesserung der Bedingungen für Kooperationen des Mittelstandes einzutreten. Der Koalitionsvertrag böte hierbei durchaus Ansätze, aber die sachgerechte Umsetzung der Maßnahmen gebiete den für den Verband Handelnden, die politischen Entscheidungsträger für eine praxisgerechte Umsetzung nun auch in die Pflicht zu nehmen. Beispielsweise müsse die Förderpolitik für den Mittelstand nun tatsächlich auch dort greifen, wo es nicht nur um technische Erfindungen gehe, sondern um eine zukunftsgerechte Gestaltung von effizienten Prozessen. Auch die Verwaltung müsse schlanker, digitaler und damit effizienter werden. Die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung in deutsches Recht sei wieder mal ein Beispiel für den im Vergleich zu anderen EU-Ländern ausgeprägten Eifer von Politik und Verwaltung, Regeln mitunter mit Scheuklappen umzusetzen, ohne zu erkennen, dass mittelständischen Unternehmen und ihren Verbünden, bei allem Verständnis für den verantwortungsvollen Umgang mit Kundendaten, eine schwere Bürde letztlich unproduktiver Maßnahmen auferlegt werde.

Indicom bietet große Chancen

Angesichts der aus Sicht des Mittelstandsverbundes dringenden Notwendigkeit, das Innovationstempo von Verbundgruppen zu erhöhen, diskutierte das Präsidium intensiv über Konzept und Entwicklungsstand der Indicom, des neuen Vernetzungsformates für Verbundgruppen mit Start-ups und der New Economy. Natürlich sei eine erstmalige Veranstaltung dieser Art auch ein Wagnis, aber mehr noch eine riesige Chance für all jene, die das Konzept mittragen und einen aktiven Beitrag leisten, so Mittelstandsverbund-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann. Einbezogen in dieses Projekt würden zudem Politik und Öffentlichkeit. Nirgendwo sonst biete sich so anschaulich für die dortigen Entscheidungsträger die Gelegenheit, Verbundgruppen kennenzulernen und ihre Ausrichtung zu verstehen. Das Präsidium regte zudem an, auch weitere Zielgruppen wie Banken und Inkubatoren in die Indicom einzubinden.

Um den engen Austausch mit wichtigen Verbundgruppen zu verbessern, beschloss das Präsidium, sich personell zu verstärken. Mit Jan Buck- Emden, Vorsitzender der Geschäftsführer der Hagebau-Gruppe, Frank Haensel, Geschäftsführer der beauty alliance Deutschland sowie Dr. Stefan Müller, Vorstand der expert wurden „namhafte Persönlichkeiten und Vertreter bedeutender Verbundgruppen“ kooptiert. Die Bestätigung soll auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Mai erfolgen.

Die nächste Präsidiumssitzung wird am 19. September 2018 stattfinden.


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