Natuzzi
Schließt drei Werke in Italien

Bild: Natuzzi

Santeramo in Colle (Italien). Der italienische Polstermöbelhersteller Natuzzi S.p.A. hat kürzlich die Finanzdaten für das erste Quartal 2026 bekanntgegeben. Demnach belief sich der Gesamtnettoumsatz von Januar bis März auf 59,5 Mio. Euro (2025: 78,1 Mio. Euro), was die Krise von Natuzzi bestätigt.

Zuvor war schon bekannt geworden, dass Natuzzi mit einem neuen Kandidaten für die Position des CEO eine Absichtserklärung unterschreiben hat.

Im Rahmen des von Natuzzi S.p.A. eingeleiteten Verfahrens zur gütlichen Beilegung der Krise hat die Handelskammer Elbano de Nuccio zum unabhängigen Sachverständigen bestellt.

Restrukturierungsmaßnahmen

Das Unternehmen hat bereits Maßnahmen zur Straffung seiner Betriebsabläufe ergriffen, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf den Produktionsstandorten in Italien liegt. Seit Anfang Juli konzentriert Natuzzi die Produktion auf zwei Werke – im Vergleich zu den zuvor in Betrieb befindlichen fünf Standorten –, um die Fixkosten zu senken und die betriebliche Effizienz zu steigern.

Gleichzeitig hat das Unternehmen damit begonnen, die für den nordamerikanischen Markt bestimmten Produktionslinien von Natuzzi Editions von Italien nach Rumänien zu verlagern, um die Margen besser an die Positionierung der Marke anzupassen.

Wie in den Highlights des Finanzberichts vermerkt, haben 120 Mitarbeitende bereits Austrittserklärungen unterzeichnet. Zudem gibt es ein bindendes Angebot für die Veräußerung eines industriellen Teils von Natuzzi mit möglicher Übernahme von 40 Mitarbeitern.

Natuzzi überprüft weiter sein Filialnetz mit dem Ziel, seine Einzelhandelspräsenz zu optimieren und Verluste durch gezielte Veräußerungen von Filialen, selektive vorzeitige Schließungen und Neuverhandlungen von Mietverträgen zu reduzieren.

Gleichzeitig baut Natuzzi seine internationale Einzelhandelspräsenz durch 18 Neueröffnungen in diesem Jahr aus, darunter die kürzlich eingeweihte Natuzzi Italia-Filiale in Peking.

Statement von Pasquale Natuzzi

Pasquale Natuzzi, Vorstandsvorsitzender und Interims-Geschäftsführer der Gruppe, erklärte zu dem Ergebnis des ersten Quartals: „Unsere Geschäftsergebnisse spiegeln weiterhin ein anhaltend schwieriges Marktumfeld wider, das von geopolitischer Instabilität, schwachem Verbrauchervertrauen und einem schwachen Immobilienmarkt geprägt ist. Vor diesem Hintergrund ist die derzeitige Geschäftsinfrastruktur der Gruppe unter den vorherrschenden Nachfragebedingungen nicht mehr tragfähig.

Dementsprechend haben wir eine umfassende Überprüfung eingeleitet, die darauf abzielt, die Kostenbasis der Gruppe deutlich zu senken und ihre Gesamtstruktur an das aktuelle Nachfrageniveau anzupassen, um so eine effizientere Produktionsplanung und Margenverbesserung zu unterstützen.

Gleichzeitig setzen wir die Rationalisierung unseres Produktangebots fort, stärken unsere Vertriebs- und Geschäftsentwicklungsfähigkeiten in strategischen Märkten und positionieren Natuzzi so, dass das Unternehmen zukünftige Chancen nutzen kann, insbesondere in den Schwellenmärkten sowie im Bereich Trade & Contract.“


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