Natuzzi
Startet Krisenbewältigungsverfahren

Natuzzi-Store in Mailand. Foto: Archiv

Santeramo in Colle (Italien). Der italienische Polstermöbelhersteller Natuzzi hat für das vierte Quartal 2025 einen Anstieg des Nettoumsatzes, jedoch zugleich einen deutlich höheren Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Angesichts der angespannten finanziellen Lage will das Unternehmen ein Krisenbewältigungsverfahren starten, um sich neu aufzustellen. Das geht aus einem Bericht der MÖBELMARKT-Partnerzeitschrift Furniture Today hervor.

Der Nettoumsatz im vierten Quartal 2025 stieg um 3,4% auf 77,5 Mio. Euro, nach 74,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge lag bei 30,2%, verglichen mit 38,1% im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Belastet wurde die Marge insbesondere durch die planmäßige Verlagerung der Produktion von Natuzzi Editions von China nach Italien sowie geringere Einzelhandelsumsätze.

Die Umsätze aus dem Verkauf von Polstermöbeln und weiteren Einrichtungsprodukten beliefen sich auf 75,4 Mio. Euro und lagen damit um 3,6% über dem Niveau des vierten Quartals 2024. Der Nettoverlust stieg im Berichtszeitraum auf 15,5 Mio. Euro, nach einem Verlust von 3,9 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben an einer Straffung der Kostenbasis und verfolgt Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Nachhaltigkeit. Dazu zählen die Optimierung der Produktionsstruktur in Italien, Restrukturierungen im Overhead-Bereich sowohl am Hauptsitz als auch in ausgewählten Vertriebsgesellschaften, die Überprüfung des eigenen Einzelhandelsnetzes, die gezielte Auslagerung nicht zum Kerngeschäft gehörender Aktivitäten sowie eine strikte Kontrolle und Anpassung der frei verfügbaren Ausgaben. Im Dezember 2025 leitete das Unternehmen zudem im Rahmen seiner Strategie zur Stärkung der Kapitalbasis eine Due-Diligence-Prüfung mit einem potenziellen italienischen Investor ein.

Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat von Natuzzi am 14. Mai im Rahmen der nach italienischem Recht vorgesehenen Schutzmaßnahmen dem amtierenden CEO Pasquale Natuzzi Senior ein Mandat erteilt, ein Verfahren zur einvernehmlichen Krisenbewältigung (Composizione Negoziata della Crisi / CNC) einzuleiten. Ziel dieses außergerichtlichen Restrukturierungsverfahrens ist es, die finanzielle und operative Neuausrichtung des Unternehmens zu beschleunigen und gleichzeitig die Geschäftskontinuität, den industriellen Wert sowie die Interessen aller Stakeholder zu wahren. Der formelle Antrag zur Einleitung des CNC-Verfahrens soll in den kommenden Wochen gestellt werden.


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