Österreichischer Küchenmarkt
Rasanter Preisauftrieb bei Küchenmöbeln

Abb.: Branchenradar

Der österreichische Küchenmarkt ist im vergangenen Jahr signifikant gewachsen. Laut aktuellen Branchenradar Küchen in Österreich stieg die Anzahl der verkauften Küchen um 1,8% gegenüber dem Vorjahr auf 181.700 Stück. Der Zuwachs resultierte praktisch zur Gänze aus dem steigenden Bedarf an Küchen in neuerrichteten Wohnungen und Eigenheimen. Das Ersatzgeschäft, also der Austausch alter Küchen durch neue, stagnierte hingegen auf Vorjahresniveau.

Die Preise zogen dabei 2020 kräftig an. Im Durchschnitt lag der Preisauftrieb bei vier Prozent. Denn in der Erwartung eines regen Ersatzgeschäftes erhöhten die Anbieter laut Branchenradar die Preise signifikant, wobei da und dort die Kosten der Pandemie (sinkende Produktivität durch Lieferverzögerungen, Abstandsregeln usw.) auch gleich eingepreist wurden. Infolge erhöhten sich die Herstellererlöse mit Küchen (ohne Haushaltsgeräte) insgesamt um 5,2% gegenüber Vorjahr auf 516,4 Mio. Euro. Davon entfielen 421,3 Mio. Euro auf Küchenmöbel, 70,8 Mio. Euro auf Küchenarbeitsplatten und 24,3 Mio. Euro auf Küchenspülen.

Bei Küchenmöbeln gab es Umsatzzuwächse in allen Produktgruppen, insbesondere aber bei Lack und Keramik (+6,1% geg. VJ) und etwas überraschend auch wieder bei Schränken mit Foliendekor (+9,2% geg. VJ). Damit stieg der Umsatzanteil von Lack-/Keramikküchen auf rund 51% und von folierten Küchen auf vier Prozent. Elf Prozent der Erlöse wurden mit Küchenmöbeln aus Massivholz bzw. mit furnierter Oberfläche erzielt, knapp 34% mit Kunststoffdekor.

Bei Küchenarbeitsplatten setzte sich der Trend zu Naturstein ungebremst fort. Im Jahresvergleich wuchsen die Herstellererlöse um 9,2% gegenüber Vorjahr. Damit entfiel bereits mehr als ein Drittel aller Erlöse auf die in Konsumentenbefragungen beliebteste aller Küchenarbeitsplatten. Produkte aus Keramik oder mineralischen Werkstoffen wurden indessen weniger nachgefragt als noch ein Jahr zuvor. Im überwiegenden Teil aller Küchen wurde die Arbeitsfläche jedoch auch im Jahr 2020 mit laminierten Pressspanplatten ausgeführt. Absatzseitig lag der Anteil bei etwas über achtzig, erlösseitig bei rund 47%.

Und auch bei Küchenspülen standen weiterhin exklusivere Modelle hoch im Kurs. So erhöhte sich im Jahr 2020 bei den Herstellern der Umsatz mit Küchenspülen aus Komposit, Keramik oder Naturstein um mehr als 29% gegenüber Vorjahr, aus Edelstahl hingegen nur um etwas mehr als drei Prozent.


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