Orgatec 2026
Neue kuratierte Sonderschauen
Köln. Die diesjährige Ausgabe der Orgatec, die vom 27. bis 30. Oktober in Köln stattfindet, hat ihre neuen Ausstellungsformate präsentiert: Unter dem Titel „Orgatec Perspectives“ zeigt die Messe zwei kuratierte Sonderschauen, die zentrale Zukunftsthemen moderner Arbeitswelten und professionell genutzter Räume aufgreifen und in räumlichen und gestalterischen Konzepten erlebbar machen sollen.
Mit dem neu eingeführten Leitthema „From rooms to relationships: designing spaces in an ever-changing world“ richtet die Veranstaltung ihren Blick auf den Menschen, seine Beziehungen im Arbeits- und Objektraum sowie den Umgang mit fortlaufender Veränderung. Gestaltung übernimmt dabei eine erweiterte Rolle. Maik Fischer, Director der Orgatec, sagt: „Bei der diesjährigen Orgatec geht es nicht nur um funktionale Strukturen, sondern um Räume echter Verbindung, die sich flexibel an sich wandelnde Anforderungen anpassen. Wir möchten die Begegnung und Interaktion zwischen Menschen im Raum stärker in den Vordergrund stellen und zeigen, wie Gestaltung zugleich flexibel genug sein muss, um einer sich stetig verändernden Welt gerecht zu werden.“ Die zwei Sonderschauen unter dem gemeinsamen Titel „Orgatec Perspectives“ sollen dieses Leitthema in konkrete Ansätze für die zukünftige Gestaltung von Arbeits- und Contract-Umgebungen übersetzen.
Die vom Berliner Studio Hanne Willmann kuratierte Sonderschau im Segment Contract Solutions trägt den Titel „Closer“ und widmet sich der Frage, wie Contract Design die Begegnung mit sich und mit anderen fördern kann. Im Mittelpunkt steht ein multisensorischer Ansatz, der Funktionalität und sinnliches Raumerleben miteinander verbinden soll. Architektur, Materialien, Licht, Klang, Geschmack und Raumduft greifen ineinander und schaffen eine Atmosphäre, die Austausch und Wahrnehmung in den Fokus rückt. Das Konzept basiert auf vier zentralen Säulen: einer offenen, nestartigen Architektur, multisensorischen Erlebnisräumen, Materialinnovationen in Kooperation mit führenden Herstellungsunternehmen sowie neu gedachten Formaten – von Bar und Kino über eine Lichtinstallation bis hin zu einem meditativen Rückzugsort.
Im Segment Workspace Solutions stellt das Londoner Designstudio Pearson Lloyd eine Installation vor, die mit der verbreiteten Vorstellung bricht, Arbeit und Spiel seien zwei strikt voneinander zu trennende Sphären. Historisch betrachtet hingegen wurde Spiel vielfach nicht als Ablenkung, sondern als Voraussetzung für das Entstehen von Ideen begriffen. Dennoch seien viele heutige Arbeitsumgebungen von Systemen geprägt, die auf Routine und Kontrolle statt auf Kreativität ausgerichtet sind. „Work-Play“ entwickelt hierzu einen alternativen Ansatz. Im Mittelpunkt steht eine flexible Raumstruktur, die sich dynamisch an den Tagesablauf anpasst. Die Besucher sind eingeladen, sich individuell und gemeinsam zu beteiligen und zu erkunden, wie Bewegung und gemeinsames Handeln die Entstehung von Ideen beeinflussen. Damit soll eine lebendige Umgebung entstehen, in der Spiel nicht als Ausbruch aus der Arbeit verstanden wird, sondern als Impulsgeber für Vorstellungskraft und neue Formen der Zusammenarbeit.