Porzellanmanufaktur Kahla
Traditionsunternehmen stellt Insolvenzantrag

Kahla. Die Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. 

Dieser Schritt soll laut der Aussage des Unternehmens den rechtlichen Rahmen schaffen, um die finanzielle Struktur des Betriebs neu zu ordnen und die langfristige Zukunft des Produktionsstandorts zu sichern. Das Amtsgericht Gera hat Rechtsanwalt Thomas Jacobs, Partner in der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Erste Gespräche mit Geschäftsführer Daniel Jeschonowski und dem Betriebsratsvorsitzenden Stefan Schau sollen bereits stattgefunden haben; die insgesamt 120 Mitarbeiter seien in einer Betriebsversammlung persönlich über das Insolvenzantragsverfahren informiert worden.

Die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern soll laut dem Unternehmen in vollem Umfang fortgesetzt werden. Produktion, Auftragsbearbeitung und Auslieferung erfolgen regulär. Neue Aufträge werden angenommen, bestätigt und ausgeführt, so die Porzellanmanufaktur. 

Der Insolvenzantrag erfolgte laut eigener Aussage vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Verunsicherung in Deutschland: Die Messe- und Ordersaison ist bislang deutlich schwächer verlaufen als erwartet. Gleichzeitig ist insbesondere im Gastronomiebereich eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten. Hinzu kommen die Auswirkungen der Schwächephase der deutschen Wirtschaft sowie die erneut stark gestiegenen Energiepreise. 

Geschäftsführer Daniel Jeschonowski sagt: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir als Kahla-Team viel geleistet und ein hervorragendes Markenerlebnis geschaffen. Wir sind unternehmerisch auf dem richtigen Weg, werden aber in Zukunft mehr Wachstum erreichen müssen.“ Der Betriebsratsvorsitzende Stefan Schau ergänzt: „Für uns ist klar: Wir wollen, dass Kahla weiter produziert. Die Mannschaft steht zusammen und arbeitet jeden Tag dafür, dass Aufträge rausgehen und Kunden zufrieden sind. Die Insolvenz ist eine schwierige Situation, aber sie gibt auch die Chance, das Unternehmen neu aufzustellen. Wir ziehen als Belegschaft mit und wollen zeigen, dass dieser Standort eine Zukunft hat.“


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