Regionalität ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Christian Dahm ist Geschäftsführer des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen. Foto: Holzverband

Die oberfränkische Polstermöbelindustrie lädt vom 26. bis 28. September zu ihren Hausmessen 2022 ein. MÖBELMARKT sprach mit Christian Dahm, Geschäftsführer des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen: Warum sind die Partnerschaften des Möbelhandels mit den oberfränkischen Polstermöbel-Herstellern und damit auch der Besuch ihrer Hausmessen gerade jetzt wichtiger und wertvoller sind denn je – und was ist auf den Hausmessen Oberfranken 2022 zu erwarten?

MM: Herr Dahm, wie ist angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen die Situation und die Stimmung in Polsterfranken?
Christian Dahm: Ich würde es als gespannte Vorfreude bezeichnen. Angesichts der großen Herausforderungen ist uns allen bewusst, dass diesem Messeherbst eine besondere Bedeutung zukommt. Die „Zeitenwende“, wie der Kanzler es ja zutreffend benannt hat, trifft auch unsere Industrie und den Handel. Hier gilt es jetzt, gemeinsam die richtigen Weichen zu stellen, um die großen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.   
MM: „Nur gemeinsam werden wir diese Herausforderungen managen“, hatten Sie schon vor den Hausmessen im letzten Herbst appelliert – und jetzt? Wie schätzen Sie diesbezüglich die akute Lage der Oberfranken und die Entwicklung ihrer Partnerschaften mit dem Handel ein?
Dahm: Die aktuelle Krisensituation und die damit verbundenen Probleme treffen unsere Branche natürlich genauso wie die gesamte europäische Wirtschaft. Wir müssen uns aber über eines klar sein. Der Krieg, den Putin in der Ukraine entfacht hat, zwingt uns alle, unser bisheriges Wirtschaftsmodell zu überdenken. Hinzu kommt der Klimawandel, der uns zwingt, auf nachhaltigere Ressourcen zurückzugreifen. Umso wichtiger werden Partnerschaften, die neben der regionalen Wertschöpfungskette auch wertebasiert die gleichen Vorstellungen haben. Dafür steht Oberfranken.  
MM: Auch die oberfränkische Polster-Szene selbst ist in den letzten Krisen-Jahren zusammengewachsen. Jeder Einzelne hat heute seine eigene Positionierung im Markt gefunden, die Berührungsängste sind geschrumpft. Zugleich ist das Bewusstsein gewachsen, dass sich auch die oberfränkischen Polstermöbel-Hersteller gegenseitig brauchen – alleine schon, um ihrerseits wiederum ihre regionale Zulieferstruktur auszulasten und damit zu erhalten. Wie sehen Sie diese Entwicklungen?
Dahm: Regionalität ist einer der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften, diese Struktur haben wir in Oberfranken. Dazu kommt die von Ihnen benannte Originalität, die unsere Aussteller mit sich bringen. Auch wenn aktuell niemand ganz von den Rahmenbedingungen verschont ist, haben wir langfristig die besten Argumente gemeinsam mit dem Handel die Zukunft zu gestalten.  
MM: Eine solche regional gebündelte – und schon in der Pandemie besonders zuverlässige – heimische Lieferanten-, Vorlieferanten- und Hausmesse-Struktur ist doch heute wichtiger und wertvoller denn je. Was ist dafür jetzt zu tun? 
Dahm: Unsere Struktur ist großartig, aber kein Selbstläufer. Unsere Aufgabe ist es daher, dieses wertvolle Plus zunächst dem Handel, vor allem aber gemeinsam mit dem Handel unseren Kunden nahezubringen. Aus meiner Sicht ist das der größte Wachstumsmarkt der nächsten Jahre. Wenn Handel und Industrie die regionalen und nachhaltigen Vorteile Oberfrankens gemeinsam herausstellen, werden wir die Kunden von unseren Produkten begeistern.
MM: Und warum ist jetzt der persönliche Besuch auf den Hausmessen in diesen historisch besonderen Zeiten so wichtig?
Dahm: Die Menge an Problemen, die im Moment gleichzeitig über uns hereinbricht, ist ja gerade doch völlig einzigartig, und man vergisst leicht, dass gerade in Krisensituationen auch Chancen liegen. Hier wollen wir Oberfranken gemeinsam Lösungen anbieten. Insofern geht nichts über persönliche Gespräche.  
MM: Die Oberfranken haben sich als Trendsetter für Qualität, Nachhaltigkeit und Design positioniert. Was ist in diesem Jahr auf den Hausmessen zu erwarten?
Dahm: An Oberfranken führt im Herbst kein Weg vorbei. Unsere Aussteller werden sich von ihrer besten Seite zeigen und Sie mit neuen Inspirationen verzaubern. Lassen Sie sich daher überraschen!
MM: Herr Dahm, ganz herzlichen Dank für dieses Interview!


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