Rohstoff- und Materialversorgung
Holzindustrie veröffentlicht Lösungsansätze

„Das Interesse seitens der Politik an der derzeitigen Lage ist ein wichtiges Signal für die Branche. Ordnungs- und prozesspolitische Eingriffe in Märkte sollten die Ausnahme bleiben und mögliche unerwünschte Nebeneffekte vorher genau abgewogen werden“, so HDH-Hauptgeschäftsführer Denny Ohnesorge. Foto: HDH

Die Rohstoff- und Materialversorgung bereitet vielen Branchenunternehmen zunehmend Probleme. Potentielle Lösungsansätze berät die Politik diese Woche im Bundeskabinett und EU-Wirtschaftsrat. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) adressierte gemeinsam mit weiteren Branchenverbänden erarbeitete Vorschläge im Rahmen eines Positionspapiers an das Wirtschaftsministerium.   

„Das Interesse seitens der Politik an der derzeitigen Lage ist ein wichtiges Signal für die Branche. Ordnungs- und prozesspolitische Eingriffe in Märkte sollten die Ausnahme bleiben und mögliche unerwünschte Nebeneffekte vorher genau abgewogen werden“, so HDH-Hauptgeschäftsführer Denny Ohnesorge.

So treffe die Einsetzung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes und die damit verbundene gesetzliche Reduzierung des Angebots an frischem Fichtenrohholz den Markt zur Unzeit. Es verschärfe die aktuell schwierige Versorgungssituation in der Bauwirtschaft nur. Die hohe Nachfrage nach Schnittholz verlange eine kontinuierliche Rohstoffversorgung.   

Neben der sofortigen Aussetzung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes sollte eine gesetzliche Regelung zur Vermeidung von Konventionalstrafen geschaffen werden. Dadurch würde ein vertraglich in Verzug geratenes Unternehmen von einer existenzbedrohenden Strafe befreit, wenn es Corona-bedingt entweder in seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt ist oder die Leistungen wegen aktueller Beschränkungen nicht erbringen kann.

Als weitere Lösungsansätze regt die Holzindustrie an, das fehlerhafte Senkenziel im LULUCF-Sektor des neuen Klimaschutzgesetzes zu korrigieren. Danach müsse der Sektor in 2040 eine Kohlenstoffsenke von 35 Millionen Tonnen sein, was im Vergleich zu heute bedeute, bis zu 55 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen zu müssen. Angesichts der überzogenen Zielvorgaben kann die Bundesregierung nur mit großräumigen Flächenstilllegungen kalkulieren, was ihren selbstgesteckten Zielen zuwiderlaufe: „Nur durch aktive Waldbewirtschaftung und eine forcierte Holzverwendung sichern wir das Ökosystem und die maximale CO2-Bindung des Sektors“, macht Ohnesorge deutlich.

Lesen Sie das Positionspapier auf der Seite des HDH hier.


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