Stationäre Einzelhandel in Deutschland
Shopping als soziales Erlebnis

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Berlin. Der soziale Aspekt des Einkaufens spielt für den stationären Einzelhandel eine immer größere Rolle. Besonders die Attraktivität der Innenstädte steht hierbei im Fokus: Wird der Stadtkern von Besuchern als lebendig wahrgenommen, wirkt sich dies nachweislich positiv auf die Konsumlaune aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Online-Großhandelsmarktplatzes Faire in Zusammenarbeit mit YouGov.

Viele Verbraucher suchen zunehmend nach etwas, das der Onlinehandel grundsätzlich nicht bieten kann: Zwischenmenschliche Beziehungen. Grundsätzlich ist der konkrete Bedarf nach einem bestimmten Produkt laut den Experten weiterhin ein wichtiger Faktor. 48% der Befragten nennen dies als Grund für ihren letzten Shopping-Trip. Darüber hinaus zeichnen die Daten aber ein deutlich differenzierteres Bild: Angebote und Rabatte spielen als Motivatoren tatsächlich nur eine kleine Rolle. Für gerade einmal 14% der Befragten waren dies Anlässe für ihren letzten Innenstadtbesuch – stattdessen wurden das Stöbern (30%), Spontanität (21%) oder eine Verabredung mit Freunden, beispielsweise zum gemeinsamen Shopping (16%), von den Verbrauchern öfter angegeben.

Insbesondere bei jüngeren Zielgruppen ist die soziale Dimension als Shopping-Beweggrund ausgeprägt. 43% der 18- bis 24-Jährigen sowie 40% der 25- bis 34-Jährigen geben an, dass ein Treffen mit Freunden sie an diesem Wochenende zu einem Trip in die Innenstadt motivieren würde. Für die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen war eine soziale Aktivität sogar der zweithäufigste Anlass für den letzten Einkaufsbummel, direkt nach dem Bedarf für ein konkretes Produkt. 

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Wandels sind laut der Studie messbar. Wird eine Innenstadt als lebendig und attraktiv wahrgenommen, verändert sich das Verhalten der Besucher deutlich: 44% bleiben länger, 43% kommen häufiger wieder und 40% besuchen mehr Geschäfte. Auch die Auswahl der Geschäfte spielt eine entscheidende Rolle: Für vier von zehn Befragten (40%) sind einzigartige, unabhängige Läden ein wichtiger Faktor für ein attraktives Stadtzentrum. Große Marken (14%), Convenience (18%) oder Sonderangebote und Rabatte (30%) haben auf die Attraktivität einer Innenstadt jedoch einen deutlich geringeren Einfluss.

Fast die Hälfte der Befragten (46%) besuchen Geschäfte häufiger, wenn diese eine besondere Atmosphäre schaffen; etwa durch ein durchdachtes Store-Design oder Live-Events. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim „menschlichen Faktor“: 42% sagen, dass eine persönliche Beziehung zum Verkaufspersonal sie dazu bewegt, häufiger wiederzukommen. 21% der Befragten bestätigen, dass Beratung ein Faktor ist, der sie dazu bewegt, wiederholt einen Laden zu besuchen – und für 16% ist die Beziehung zum Verkaufspersonal sogar für die eigene Loyalität gegenüber einem Geschäft entscheidend. Fast jeder Fünfte (19%) würde auf Basis guter Beratung sogar mehr Geld ausgeben. Auch bei den Sortimenten zeigt sich ein deutlicher Trend: Vier aus zehn Verbraucher (41%) geben an, Geschäfte häufiger zu besuchen, wenn diese Inspiration und Entdeckungen durch sorgfältig kuratierte Sortimente bieten.

Und wenn es um Kundenbindung geht, liegen die Bedeutung eines einzigartigen Sortiments und des Preises mittlerweile nahezu gleichauf: Für 46% ist der Preis zentraler Loyalitätsfaktor, für 45% die Einzigartigkeit der Produkte. Bei jüngeren Generationen (18-44 Jahre) ist letzteres inzwischen sogar wichtiger als der Preis.

Im Rahmen der repräsentativen Umfrage wurden mehr als 2.000 deutsche Verbraucher befragt. Durchgeführt wurde die Studie von YouGov.


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