Stationärer Einzelhandel in der EU
Rumänien und Litauen wachsen 2019 am stärksten

Vilnius, die Hauptstadt Litauens, mit ihrer mittelalterlichen Altstadt liegt unweit der weißrussischen Grenze. Foto: Pixabay

Die GfK erwartet im Jahr 2019 für den stationären Einzelhandel ein nominales Umsatzwachstum von 2,0% in den 27 EU-Staaten (ohne UK). Die höchsten Zuwachsraten werden für Rumänien (+7,0%) und Litauen (+5,9%) erwartet. Aber auch in Spanien (+2,4%) und Frankreich (+2,8%) sollte eine positive Entwicklung zu beobachten sein. Das sind Ergebnisse der GfK zum Einzelhandel in Europa 2019.

„Für die EU-27 Staaten erwartet GfK für 2019 ein nominales Umsatzwachstum im stationären Einzelhandel von zwei Prozent. Ein Wert, der nur leicht über der Inflationsrate liegt und in etwa dem Wachstumstempo des vergangenen Jahres entspricht.“ Als Gründe führt die GfK auf der einen Seite den drohenden Brexit, Handelskonflikte und schwächere Wachstumsperspektiven in wichtigen Exportmärkten wie China an. Auf der anderen Seite bleibt der Arbeitsmarkt robust, die Lohnzuwächse steigen und die Preise für Rohöl sind moderat.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Kaufkraft: Im Jahr 2018 standen jedem Bürger der EU-27 Staaten im Schnitt 16.878 Euro an Kaufkraft zur Verfügung. Das entspricht einem nominalen Zuwachs von 3,0% im Vergleich zum Vorjahr. Die zehn EU-Staaten mit den höchsten pro-Kopf-Gewinnen an Kaufkraft im vergangenen Jahr waren allesamt Staaten, die erst mit oder nach der Osterweiterung in die EU aufgenommen wurden und über eine unterdurchschnittliche Kaufkraft verfügen.  
  • Umsatzprognose 2019: Angesichts eines weiter dynamisch wachsenden Online-Handels erwartet GfK für die verbliebenen EU-27 Staaten ein nominales Umsatzwachstum von +2,0%. Die höchsten Zuwachsraten unter den EU-Staaten werden für Rumänien (+7,0%) und Litauen (+5,9%) erwartet.
  • Inflation: Bereits Ende 2018 deuteten sinkende Energiepreise darauf hin, dass das Preissteigerungsniveau in der EU nachlassen wird. Neben den weiterhin drohenden Handelskonflikten mit den USA trübt zudem die zu Jahresbeginn 2019 schwächelnde europäische Konjunktur die Stimmung unter den Ökonomen. Dementsprechend fällt die Prognose der Teuerungsrate für die Europäische Union mit 1,6% im Jahr 2019 etwas verhalten aus.
  • Verkaufsflächenausstattung: Zwar erzielte die Summe aller betrachteten Länder auch 2018 ein Verkaufsflächenplus, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau als in den Vorjahren. So hielt sich das EU-weite Einwohner- und Verkaufsflächenwachstum 2018 die Waage. Die pro-Kopf-Verkaufsfläche verharrte beim Vorjahreswert von 1,13 qm. Zu den Top 3 bei der pro-Kopf-Ausstattung zählen die Beneluxstaaten Belgien (1,66 qm) und Niederlande (1,60 qm) sowie Österreich (1,62 qm).
  • Flächenproduktivität: Europaweit gab es mit Blick auf die Flächenproduktivität im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung im Spitzentrio. Luxemburg bleibt unangefochtener Spitzenreiter (ca. 7.250 Euro/qm) und konnte seine Flächenleistung 2018 sogar noch leicht steigern (+1,40%). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Norwegen (ca. 6.430 Euro/qm) und die Schweiz (ca. 6220 Euro/qm). Analog zur Verkaufsflächenausstattung ist die Spannbreite der Flächenproduktivität zwischen den betrachteten europäischen Ländern weiterhin groß. Die Umsatzleistung der Einzelhändler nimmt je weiter man nach Osten beziehungsweise Südosten blickt deutlich ab. 

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