Supply Chain Management
Digitalisierung weiterhin wichtigster Trend

Quelle: SupplyX

Hamburg. Effiziente und widerstandsfähige Lieferketten sind heute branchenübergreifend ein zentraler Erfolgsfaktor. Für 85% der Logistikverantwortlichen in Deutschland bleibt die Digitalisierung der wichtigste Trend im Supply Chain Management. Gleichzeitig werden in der praktischen Umsetzung weiterhin deutliche Defizite sichtbar. Das geht aus dem 23. SupplyX-Barometer hervor.

Die Anforderungen an Lieferketten steigen laut den Experten spürbar: 81% der befragten Unternehmen berichten von wachsenden Kundenerwartungen an Liefergeschwindigkeit, Flexibilität und Warenverfügbarkeit. 68% sehen zudem einen steigenden Informationsbedarf entlang der gesamten Supply Chain. Dem gegenüber steht eine begrenzte Datenbasis: Nur 33% der Befragten verfügen über lückenlose Echtzeitdaten, die für eine durchgängige Steuerung notwendig wären.

Gleichzeitig gibt es strukturelle Hürden: Regulatorische Anforderungen (59%), hohe Investitionskosten (56%), Cyberrisiken (47%) und Fachkräftemangel (46%) erschweren die Umsetzung entsprechender Digitalisierungsstrategien. „Wir sehen einen klaren Perspektivwechsel: Die Supply Chain wird nicht mehr nur als Kostenfaktor betrachtet und rückt zunehmend näher an den eigentlichen Verkaufsprozess heran“, sagt Henning Goldmann, CEO von SupplyX. „Damit steigen auch die Anforderungen an Transparenz und Integration. Entscheidend ist, dass Lieferketten als integraler Bestandteil der Wertschöpfung verstanden und entsprechend gesteuert werden.“

Stabile Lieferantenbeziehungen als Grundlage

Dabei zeigt das SupplyX-Barometer auch, dass Unternehmen ihre Perspektive zunehmend erweitern. Neben Digitalisierung gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit (67%) und Risikomanagement (65%) weiter an Bedeutung. Auch setzen viele Betriebe verstärkt auf Ansätze wie eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Liefernetzwerks (55%) oder Diversifikation (51%). Supply Chains sollen damit nicht nur digitaler, sondern auch breiter und vernetzter aufgestellt werden. Ein zentrales Ergebnis der Umfrage betrifft die Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz: 90% der Unternehmen sehen im Aufbau stabiler Lieferantenbeziehungen den wichtigsten Hebel – kein anderer Ansatz erreicht vergleichbare Werte.

Intelligente Datennutzung für robuste Lieferketten

Parallel dazu bleibt die Rolle von Daten entscheidend. 70% der Befragten bewerten eine intelligente Datennutzung als wichtige Maßnahme für robuste Lieferketten, 66% setzen auf Monitoring und Analyse von Warenbewegungen. Auch bei der Bewertung technologischer Hebel ergibt sich ein klares Bild. 75% der Unternehmen sehen in der digitalen Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden den größten Hebel zur Optimierung ihrer Lieferkette, noch vor klassischen Ansätzen wie Automatisierung oder Datenplattformen. Gleichzeitig halten 65% eine durchgängige Vernetzung aller Partner künftig für unverzichtbar, bei Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitern liegt dieser Wert sogar bei 87%.

Im Rahmen des 23. SupplyX-Barometers wurden im März insgesamt 150 Logistikverantwortliche in Deutschland befragt.

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