Tapetenbilanz 2017
Umsätze rückläufig – Ausblick positiv

Foto: Rasch

„Die in der ersten Jahreshälfte 2017 noch stark rückläufigen Inlandsumsätze zogen in der zweiten Jahreshälfte wieder spürbar an. Die Exportmengen der deutschen Tapetenhersteller gingen insgesamt leicht zurück. Für 2018 ist die Branche jedoch aus verschiedenen Gründen zuversichtlich“, so die Jahresbilanz 2017 des Deutschen Tapeten-Instituts.

Die deutsche Tapetenindustrie musste 2017 Umsatzrückgänge sowohl auf dem deutschen Markt als auch im Ausland hinnehmen. Insgesamt gingen die Mengen zwar weniger als noch 2016 zurück, nämlich um rund 4% auf 65 Mio. Rollen. Die Gesamtumsätze reduzierten sich ebenfalls um rund 4% auf ca. 290 Mio. Euro. Im Inland reduzierte sich der Absatz allerdings um rund 9% auf ca. 25 Mio. Rollen. Die Inlandsumsätze sanken gleichermaßen um rund 9% auf 110 Mio. Euro, wobei der Schwerpunkt des Umsatzrückgangs in der ersten Jahreshälfte zu verzeichnen war.

Im Ausland lief es erfreulicher für die deutschen Hersteller. Die schwierige wirtschaftliche und politische Lage in vielen europäischen Auslandsmärkten trug zwar auch zu einem Rückgang der Mengen und Umsätze bei, aber weniger stark als im Inland. Der Absatz ging um 2% auf knapp 40 Mio. Rollen zurück und der Umsatz ebenfalls um 2% auf ca. 180 Mio. Euro.

Obwohl das Image der Tapete so gut wie lange nicht ist und die Sortimentsvielfalt und Qualität von Tapeten deutscher Hersteller vom Verbraucher geschätzt werden, wird derzeit insgesamt weniger Fläche tapeziert. Dies liegt nicht nur an der modernen, offenen Wohnraumgestaltung mit naturgemäß weniger Wänden. Regelmäßig neu tapeziert und gestaltet werden einzelne Wände, die restlichen bleiben weiß oder werden farbig gestrichen, weil Verbraucher mit dem Tapezieren großen Aufwand assoziieren. Die Hersteller wollen dieser Tendenz mit Aufklärung und Anwendungsbeispielen begegnen. Die modernen Vliestapeten sind gegenüber Papiertapeten sehr viel einfacher in der Handhabung. Die Wände zu streichen ist zumeist nicht weniger aufwändig, als sie mit z.B. Unitapete zu tapezieren.

Dass Vliestapete schnell und einfach tapeziert werden kann, bewiesen die vielen Besucher beim Tapezier-Weltrekord während der Heimtextil im Januar 2018. Mit ähnlichen anschaulichen Aktionen, Tapezieranleitungen, Workshops und DIY-Tutorials will das Deutschen Tapeten-Institut (DTI) 2018 das unkomplizierte Tapezieren noch stärker in den Fokus von Verbrauchern, Presse und Profis rücken.

„Der Verbraucher muss erfahren, wie einfach Tapezieren ist und dass er nach dem aktuellen Mietrecht beim Auszug Tapete in den meisten Fällen hängen lassen darf. Wenn er dann noch erkennt, wie schnell man mit Tapete sein Zuhause gemütlich und stilvoll gestalten kann, wird er auch wieder zu mehr Rollen greifen. Dieser Trend zeichnet sich bereits ab“ weiß Karsten Brandt, Geschäftsführer des Deutschen Tapeten-Instituts.

Die Branche geht insgesamt optimistisch in das Tapetenjahr 2018. Ein Grund dafür ist die im Jahresverlauf steigende Tendenz bei den Umsätzen. Aber auch die Vielzahl der anlässlich der Heimtextil neu vorgestellten, innovativen Kollektionen, die beim Handel sehr gut ankamen, stimmt positiv. Nicht zuletzt wird auch weiter in das Image der Tapete beim Verbraucher investiert – sowohl vom DTI mit Gemeinschaftsaktionen und viel Informationsarbeit in Presse und Social Media als auch von den einzelnen Herstellern.


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