Techtextil/Texprocess 2019
Die Branchentrends der Textilfachmessen

Ausstellung "City of the Future". Foto: Techtextil

Die Veranstalter der Fachmessen Techtextil und Texprocess (14. bis 17. Mai 2019) zogen jetzt ein abschließendes Resümee über Branchentrends auf den Shows für Technische Textilien und Verarbeitung textilen Materialien.

Techtextil: Leben in der Stadt der Zukunft

Das Themenareal „Urban Living – City of the Future“ zeigte in Zusammenarbeit mit Creative #olland, der Vertretung für die Kreativwirtschaft in den Niederlanden, innovative Lösungen und visionäre Entwürfe für das urbane Leben in der Zukunft. Die inhaltliche Kuratierung übernahm das Stijlinstitut Amsterdam, die architektonische Gestaltung des Areals kam vom niederländischen Architekturbüro Refunc.

In dem wegweisenden Areal präsentierte das Upcycling-Unternehmen DenimX, wie Textilabfälle in Karosserieelemente für Motorräder umgewandelt werden können. Mit Colour Moves demonstrierte das Design- und Ingenieurbüro Rombout Frieling Lab anhand textiler Elemente, wie sich die Stadt der Zukunft den Bewegungen und Impulsen ihrer Bewohner anpasst. Die TU zeigte die von ihnen entwickelte Kapsel für den Hyperloop, mit dem sie in dem von Elon Musk initiierten Wettbewerb „SpaceX Hyperloop Pod“ den Hauptpreis gewonnen haben. New Order of Fashion (NOoF), eine internationale Plattform für Modetalente, präsentierte in einer aufwendigen Installation und Ausstellung unter dem Motto „The Ones to Watch“ Modeentwürfe junger Talente, die sich auf Nachhaltigkeit in der Modebranche konzentrieren. Das Textilarchitekturbüro Samira Boon begeisterte mit textilen Rauminstallationen, die traditionelles japanisches Origami mit digitalen, parametrischen Webtechniken kombinieren.

Zunehmend gefragt: Textilien für Architektur und Bau

Einen Schwerpunkt der Techtextil bildeten auch Anbieter faserbasierter Materialien für Architektur und Bau, die mit ihrem Angebot vor allem Architekten und Bauingenieure ansprechen. “Wir haben auf der Techtextil mit unseren ATLAS-Membranen ein neues Produkt für textile Architektur eingeführt, das wir in den vergangenen Jahren intensiv entwickelt haben. Wir wurden am ersten Tag regelrecht gestürmt, vor allem von internationalem Publikum. Zu unserem ohnehin hohen Bestandskundenanteil kam im Laufe der Messe sehr viel neues Publikum hinzu“, sagt Dr. Günther Gradnig, Managing Director beim Techtexil-Aussteller Sattler PRO-TEX GmbH, Österreich.

Unter den von den Ausstellern gezeigten Produkten war zudem eine Textilbetonfassade von Penn Textile Solutions, dem Stanecker Betonfertigteilwerk und dem Institut für Textiltechnik an der RWTH Aachen. Ettlin Smart Materials präsentierten ein leichtes und dünnes Architekturgewebe zur Abschattung, das zugleich wasserabweisend, luftdurchlässig, UV-beständig und transparent ist.

Texprocess: Digitalisierung führt von der Industrie 4.0 zu Impact 4.0

Unter dem Schlagwort „Impact 4.0“ war die Weiterführung von Industrie 4.0 und die damit ausgelösten Veränderungen als Teil der Wertschöpfungskette das beherrschende Thema der Texprocess. Ein Großteil der Technologieanbieter der Branche arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich an der Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette, angefangen von 3D-Bodyscannern und 3D- Simulationssoftware in der Kollektionserstellung über Roboterisierung und Predictive Maintenance im Cutting bis hin zur Vernetzung aller Nähmaschinen einer kompletten Produktion über Ländergrenzen hinweg. „Die Digitalisierung und Vernetzung haben in der Branche die nächste Stufe erreicht. Durch die Einbeziehung künstlicher Intelligenz werden viele Prozesse besser beherrschbar und sogar neue Geschäftsmodelle möglich“, sagt Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies, dem konzeptionellen Partner der Texprocess.

Das bestätigt auch Ketty Pillet, Vice President Marketing bei Texprocess-Aussteller Gerber Technology: „Unsere Kunden waren begeistert, auf der Texprocess unsere revolutionäre digitale End-to-End-Lösung zu erleben. Die ermöglicht es ihnen, auf kleinere Stückzahlen, Maßanfertigung und Customization umzustellen. Unser vollintegrierter Prozess, der 3D und cloudbasiertes PLM integriert, bringt Produkte vom Design in die Produktion, ermöglicht  gleichzeitig Digitaldruck und macht unsere Kunden schnell und flexibel bei gleichzeitiger Reduktion von Kosten und Lagerhaltung.“

Die nächste Techtextil und Texprocess finden vom 4. bis 7. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt.


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