Techtextil/Texprocess
Heute Auftakt in Frankfurt

Foto: Techtextil

Welche Funktionen technische Textilien haben und wie Textilien verarbeitet werden, zeigen bis zum Freitag die internationalen Messen Techtextil und Texprocess mit ihren bislang größten Ausgaben auf dem Frankfurter Messegelände.

Transportkapseln für den Hyperloop, textile Rauminstallationen, intelligente Mode und 3D-Avatare, die Kleidung anprobieren: Vom 14. bis 17. Mai zeigen die Techtextil und die Texprocess in Frankfurt am Main, in welchen Alltagsbereichen technische Textilien stecken und wie Textilien verarbeitet werden. Die Messen für technische Textilien und Vliesstoffe sowie die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien versammeln insgesamt 1.818 Aussteller aus 59 Ländern, davon 1.501 aus 57 Ländern auf der Techtextil und 317 aus 34 Ländern auf der Texprocess.

„Europaweit sind technische Textilien einer der stärksten Sektoren der Textil- und Bekleidungsindustrie und damit entscheidender Treiber für die Wirtschaftskraft der Branche. Parallel dazu steht die Texprocess mit ihren hochinnovativen Ausstellern für Hightech in der Textilverarbeitung, wie man sie sonst nirgends so geballt sieht. Hier sprechen wir inzwischen von Impact 4.0, also spür- und sichtbaren Entwicklungen, die aus der Industrie 4.0 hervorgehen“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Die Techtextil und die Texprocess machen Frankfurt in den kommenden Tagen zum Epizentrum textiler Innovation.“

Vom Hyperloop bis hin zur Outdoormode

Ob in der Architektur, Automobilindustrie, Medizin, Modebranche oder im Personenschutz: Die Techtextil ist Spiegel für die Anwendungsvielfalt textiler Materialien. Im Sonderareal „Urban Living – City of the Future“ der Techtextil und Texprocess sehen Fachbesucher unter anderem eine Kapsel aus Karbonfasern der Technischen Universität Delft für den Hyperloop, 3D-Textilien zur Verbesserung der Raumakkustik in Innenräumen, experimentelle Mode aus nachhaltigen Materialien und Motorräder aus recycelten Militäruniformen. Die Aussteller der Techtextil zeigen unter anderem Sensortextilien, mit denen sich im Auto bald Spiegel, Fenster und Beleuchtung steuern lassen, textilbewehrte Betonfassaden, LED-Textilien für die Inneneinrichtung oder Funktionsstoffe aus recycelten Fasern und Daunenersatz für Outdoormode.

Auf der benachbarten Texprocess dreht sich an vier Messetagen alles rund um die aktuellsten Verarbeitungstechnologien für Produzenten von Bekleidung und Mode, Polstermöbeln oder Zubehör für die Autoindustrie. Hier probieren 3D-Avatare virtuell Kleidung an, transportieren Roboter Materialzuschnitte von einer Maschine zur nächsten und färben Stickmaschinen Garne während des Stickens. In insgesamt fünf Microfactories werden innerhalb kurzer Zeit serienmäßig individuelle Kleidungsstücke entworfen, zugeschnitten, genäht und digital bedruckt und entstehen Schuhoberteile per 3D-Strick. Auch das Leder für Autositze führender Automarken wird hier verarbeitet.

Deutschland ist Weltmarktführer für technische Textilien. Schätzungen zufolge stehen technische Textilien für rund 30 Prozent der weltweiten Textilproduktion. Das weltweite Marktwachstum wird auf mehr als 4 Prozent jährlich auf bis zu 198 Milliarden US-Dollar bis 2022 geschätzt. In Europa machen technische Textilien etwa 17 Prozent der Textilproduktion aus und sind damit eine der wichtigsten Säulen der europäischen Textilindustrie.


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