Toky Group
Leitet Sanierungsverfahren ein

São Paulo (Brasilien). Die brasilianische Toky Group, einer der größten Möbel- und Einrichtungs-Einzelhändler Lateinamerikas, hat beim Insolvenzgericht in São Paulo einen Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren gestellt. Das geht aus einem Bericht der Plattform Neofeed hervor.

Als Folge der turbulenten Fusion der Möbel- und Wohnaccessoirehändler Tok&Stok und Mobly im Jahr 2024 weist die Gruppe Schulden in Höhe von umgerechnet rund 189 Mio. Euro (1,11 Mrd. Real) auf. In einer Mitteilung verwies das Unternehmen auf das schwierige makroökonomische Umfeld, das weiterhin durch hohe Zinsen, eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte und restriktivere Kreditbedingungen geprägt sei. Dies belaste die Kaufkraft der Verbraucher und damit auch die Umsätze und den Betrieb des Unternehmens. Zudem betonte die Gruppe, dass vorübergehende Beschränkungen bei den Lagerbeständen ihre kurzfristige Liquidität beeinträchtigten. Deshalb seien dringend Maßnahmen erforderlich, um den Geschäftsbetrieb zu erhalten und eine geordnete Umstrukturierung von Schulden und Kapitalstruktur zu ermöglichen.

In seinem Insolvenzantrag führt die Toky Group an, dass die Ergebnisse beider übernommenen Unternehmen bereits vor der Fusion erheblich beeinträchtigt gewesen seien, vor allem durch die pandemiebedingten Einschränkungen. Vor diesem Hintergrund hatte Tok&Stok bereits im Jahr 2023 Vereinbarungen zur Restrukturierung seiner Bankschulden ausgehandelt, die sich damals auf rund 58 Mio. Euro (339 Mio. Real) beliefen. Diese Maßnahmen erwiesen sich jedoch als unzureichend, und ein Jahr später genehmigte das Unternehmen einen außergerichtlichen Restrukturierungsplan. Die Synergien zwischen Tok&Stok und Mobly konnten nach der Übernahme keine Trendwende bei der Toky Group herbeiführen.


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