Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM)
Trendausblick zur imm cologne

Abb.: VDM

Wir wohnen so schön wie nie zuvor, achten auf Nachhaltigkeit und lassen uns von durchdachten Wohnkonzepten inspirieren: Diese Trends rückt der VDM zur imm cologne in den Mittelpunkt.

Nicht nur Investitionen in Wohnaccessoires und Dekoartikel, auch größere Anschaffungen hielten den Umsatz in der Möbelbranche im vergangenen Jahr relativ stabil. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen geht es uns in Deutschland und Europa wirtschaftlich gut und von dieser Warte aus wird gerne in Einrichtung investiert. Zum anderen ist die digitale Welt voll von Inspirationsquellen wie Pinterest & Co, die Begehrlichkeiten wecken. Möbel sollen außerdem die Persönlichkeit dessen widerspiegeln, der sie nutzt.

Dieser persönliche Touch, teilt der VDM mit, geht sogar so weit, dass Möbelstücke mit der Zeit, während sie dem Besitzer ans Herz wachsen, so etwas wie eine Beseelung erfahren. Die Persönlichkeit des Nutzers gehe auf sie über.

Zuhause bricht das Aufräumfieber aus

Im Durchschnitt besitzt eine Person in der westlichen Welt ungefähr 10.000 Gegenstände. Diese wollen gemanagt – sprich: aufgeräumt – werden. Tipps kommen dafür von so genannten „Cleanfluencern“. Vielleicht hängt der Trend mit dem großen Überangebot in so vielen Lebensbereichen zusammen.

Nachhaltigkeit wird populär

Im Jahr 2019 hat die Fridays-for-Future-Bewegung eine großartige Medienwirkung erzielt, weil sie genau den Zeitgeist vieler gesellschaftlicher Gruppen getroffen hat. Nachhaltigkeit ist in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen populärer denn je. Zusätzlich wird Nachhaltigkeit zur Privatsache: Mit dem Megatrend der Individualisierung geht auch die Individualisierung der Verantwortung für unweltgerechtes Konsumverhalten einher.

Bei Möbeln spielt das Thema durch Fragen nach dem Recycling oder Upcycling seit einiger Zeit eine wachsende Rolle. Der VDM erwartet, dass im neuen Jahr mehr Verbraucher konkret nach nachhaltigen Möbeln fragen. Vorangetrieben wird die steigende Sensibilität für nachhaltige Möbel aus einer ökologisch eingestellten Mittelschicht, die meist in städtischen Regionen lebt.

Ganzheitliche Betrachtung

Nachhaltigkeit bei Möbeln hat viele Aspekte: Zum einen ist es der Ur-Werkstoff Holz, der ein nachwachsender Rohstoff und zudem ein wichtiger CO2 Speicher ist. Bei anderen Werkstoffen und Materialien hat die Branche Umwelt- und Ressourcenschonung von der Beschaffung bis zur Verarbeitung und späteren Entsorgung im Fokus. Die lange Lebensdauer von Möbeln aus deutscher und europäischer Produktion ist ein weiterer Aspekt von Nachhaltigkeit. Möbel sind keine schnelllebigen Anschaffungen, sie verbleiben Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in den Haushalten. Neben diesen Qualitätsaspekten muss auch die Gestaltung in den Anspruch an Nachhaltigkeit einbezogen werden. Ruhiges und zurückhaltendes Design hat mehr Chancen älter zu werden, als ein allzu modisches oder ein kultiges Aussehen.

Wohnen der Zukunft

Auf der imm cologne 2020 geht es darum, das Wohnen der Zukunft zu zeigen. Es geht nicht mehr um Farbtrends und Formen, sondern um ganzheitliche Wohnkonzepte. Bei künftigen und besseren Wohnkonzepten geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um Smart Living und rund um das Thema Smart Home, um urbanes Wohnen und den „Metropolitan Lifestyle“ in großen Städten und um Komfortwohnen für „Silver Surfer“ und smarte Wohnlösungen, die auf die immer älter werdende Bevölkerung zugeschnitten sind.

Konkrete Entwicklungen

Aus der im Vorfeld der imm cologne 2020 durchgeführten VDM-Ausstellerbefragung lassen sich Grundeinstellungen zum Wohnen und Schwerpunkte im Möbel- und Einrichtungsangebot der neuen Saison ableiten. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Farben

Die Pantone-Trendfarbe 2020 Classic Blue inspiriert: Bei den Bezugsstoffen für Polstermöbel ist ein breites 2020 Angebot an Blautönen zu finden. Europablau, hellblau, türkis und petrol sind beliebt. Grundsätzlich werden alle Farben stärker und das Wohnen zeigt sich deutlich farbenfroh. Die 1970er Jahre lassen grüßen. Als Grundfarben bleiben die Naturtöne, zu denen auch unlackiertes Holz in seinen vielen Farbnuancen zählt. Außerdem ist schwarz wieder da – als Front, als Bezugsstoff oder als Akzent.

Formen

Die Entwürfe in Anlehnung an das Mid-Century-Design der 1940er bis 1960er bleiben. Ihre Form ist eher zierlich und kleinere Möbel finden in Zukunft einen guten Absatz. Dieser Aspekt wird durch das Themenfeld des Urban-Living auf kleinerem Raum deutlich genährt. Auffällig ist das Angebot modularer Sofaelemente: Hier können tragbare Einzelteile zu einem Ganzen zusammengestellt werden.

Holz, Holz, Holz und andere Materialien

Massivholz wird seine Stellung noch einmal ausbauen. Gerade vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit stehen wir vermutlich am Anfang einer Holzrenaissance. Eiche in ihrem natürlichen Farbton bleibt Bestseller, neuester Trend ist dabei die Ascheiche, die schwarz und angekokelt aussieht. Echtes Holzfurnier wird im Frontbereich auch gerne mit anderen Materialien wie Glas und Metall kombiniert. Bei den Metallen wie Zierleisten oder Applikationen reicht das Spektrum von Messing über Kupfer hinzu Chromfarben. Das Linoleum wie auch das natürliche Wiener Geflecht aus Rattan erleben einen starken Aufwind. Bei den Bezugsstoffen für Polstermöbel ist ein breites Angebot an Naturfasern zu erkennen. Cord und Samt spielen eine große Rolle.


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