Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP)
Kunst trifft Polstermöbel

Polstermöbelvorstand bei Leolux in Venlo (NL) und Krefeld

VdDP-Vorstand zu Besuch im Leolux-Besucherzentrum „Via Creandi“ in Venlo – es führt René Nieuwendijk, International Sales & Marketing Director (4.v.l.). Foto: VdDP

„Die Welt der Polstermöbel-Industrie ist wettbewerbsintensiv – im hochwertigen Sortiment halten wenige weit bekannte Marken die Fahnen des Entwicklungs- und Produktionsstandorts Westeuropa hoch“, so der VdDP in seiner aktuellen Pressemitteilung. Dazu gehöre die im niederländischen Venlo ansässige Leolux Living BV mit ihren faszinierenden Markenwelten Leolux und Pode. Am 14. März nutzen die Vorstände des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie, Herford, demnach ihre Frühjahrs-Tagung, um im Besucherzentrum „Via Creandi“ und im Design-Center Krefeld den Einfluss von Modern Art auf die Kollektionsgestaltung kennenzulernen.

Die Ansprüche der Leolux-Mannschaft an sich selbst und ihre Produkte sei sehr hoch. Das treffe nicht nur auf das Qualitäts- und Fertigungsniveau zu, sondern auch auf die Symbiose von Hightech und Handwerk, von moderner Kunst und Polstermöbeldesign. Wenn Leolux in der Eigendarstellung von „unbegrenzten Möglichkeiten“ spreche, ziele das vor allem auf die Einzigartigkeit jedes gefertigten Möbels. Das spiegele sich selbstverständlich im Preis wider.

100 %ige Fertigung „on demand“ – keine Fertigwarenlager

Folglich liege auch das vorrangige Absatzgebiet in Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen bzw. Konsumausgaben. Allen voran der Heimatmarkt Niederlande, wo der Hersteller über zwei Drittel seiner Umsätze generiere. Konsequenterweise lägen drei der vier Kundenzentren dort, zudem sei ein weiteres im unweit von Venlo gelegenen Krefeld angesiedelt. Denn natürlich sei Deutschland ein bedeutsamer Markt für Leolux – wie weitere 43 Länder auch.

Polster-Marke „Leolux“: komfortabel, eigenwillig, hochwertig

Die Produktvielfalt sei gewaltig: Die Gesamtkollektion umfasse 65 verschiedene Modelle in 350 Ausführungen. Verbunden mit möglichen technischen Features, Gestaltungsoptionen und Bezugsstoffen ergebe sich, rein rechnerisch, ein Modellvolumen von über einer Milliarde Möglichkeiten. Ein Bruchteil davon sei im Venloer Besucherzentrum „Via Creandi“ und im Design-Center in Krefeld zu sehen, wie sich die VdDP-Vorstände am 14. März augenfällig und beeindruckt überzeugen konnten.

Verband unterstützt bei ordnungspolitischen Belastungen

Die eigentliche Vorstandssitzung begann mit dem Bericht des Hauptgeschäftsführers Dr. Lucas Heumann. Darin setzten wirtschaftliche Kennziffern, die Auswirkungen des Elektro-Gesetzes auf Polstermöbel, die in Kürze in Kraft tretende Datenschutz-Grundverordnung, die Rechtsfolgen von verunreinigten Schaumstoffen, das branchenspezifische CM-System sowie rechtliche, insbesondere kartellrechtliche Betrachtungen die Akzente.

Dr. Olaf Plümer von der Herforder Verbändegemeinschaft berichtete nachfolgend in seiner Eigenschaft als Branchenvertreter in der BGRCI über die jüngsten Entwicklungen der Berufsgenossenschaft. Strukturelle Probleme hätten hier deutliche Auswirkungen auf die Beitragshöhe der Polstermöbelunternehmen. Mit klarem Votum stimmten die Vorstandsmitglieder über das Inkraftsetzen eines gemeinsamen Gefahrentarifs und des Kostenmodells ab.

Strafandrohungen des Handels bei Lieferverzug meist unzulässig

Für gespannte Aufmerksamkeit sorgten die Ausführungen von Heumann zu den Einkaufsbedingungen des Möbelhandels. Eine von der Verbändegemeinschaft, damit also auch dem VdDP, beauftragte Kanzlei aus Detmold unterstütze seit kurzem die Industrieseite sehr erfolgreich. Im Fokus dabei: die handelsseitig aufgebaute Drohkulisse bezüglich Lieferfristen, eine vermeintliche Schadensersatzpflicht und angedrohte Vertragsstrafen unter Bezugnahme auf oftmals „schillernde“ AGB.

Korrekt sei, dass Lieferverzug oder andere Pflichtverletzungen Vertragsstrafen nach sich zögen und für diese Rückstellungen zu bilden seien. Allerdings setze die Geltendmachung on Strafen zwingend wirksame Vertragsklauseln voraus – meist niedergelegt in AGB. Die dort im Möbelhandel fixierten Ausführungen sind nach Auffassung der Kanzlei jedoch häufig rechtswidrig und unwirksam – wie das BGH in vergleichbaren Fällen mehrfach geurteilt hatte.

Nach jetzigem Stand seien die Vertragsstrafen-Regularien in den Einkaufsbedingungen von fünf geprüften, überregionalen Unternehmen der Großfläche bzw. Einkaufsverbänden nicht rechtmäßig. Schließe sich die Wettbewerbszentrale dieser Beurteilung an, könnten erste juristische Schritte die Folge sein. Voraussetzung sei allerdings, so Heumann, dass nicht individualrechtliche Vereinbarungen mit dem Handel getroffen wurden und werden. Die rechtlichen Prüfungen würden fortgeführt.

Polstermöbel prägten Bild der imm cologne

Corinna Kronsbein, persönliche Referentin des Hauptgeschäftsführers, analysierte danach aktuelle Änderungen im Gewährleistungsrecht von Kaufverträgen. Anschließend dominierte der Meinungsaustausch zur Perspektive der imm cologne aus Sicht der Polstermöbelindustrie die Tagesordnung. Der Diskurs zu Termin, Kostenentwicklung, Rahmenbedingungen und Besucherwerbung wurde am späten Abend gemeinsam mit Uwe Deitersen von der Koelnmesse fortgeführt.

Die Sitzung des Vorstands des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie ging dem Ende entgegen mit einer kritischen, von Christian Langwald – verantwortlich für Statistik und Organisation bei den Möbelverbänden – geführten Diskussion zur Meldedisziplin beim internen Auftragspanel. Der Vorstand erteilte der Geschäftsstelle den Auftrag, nicht regelmäßig meldende Mitgliedsunternehmen anzusprechen und im Wiederholungsfall aus der erhobenen Grundgesamtheit auszuschließen.

Vor der Festlegung des nächsten Sitzungstermins am 13. November beim Unternehmen 3C, Rheda-Wiedenbrück, stellten Institutsleiter Prof. Dr. Steffen Tobisch und Fachbereichsleiterin Susanne Trabandt das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD gGmbH) den VdDP-Vorständen vor. Im Fokus standen aktuelle Forschungsprojekte, Strukturen und technische Ausstattung sowie verschiedene Dienstleistungsangebote sowie Möglichkeiten der Forschungszusammenarbeit im Segment Polster. Hierbei liefen einige Projekte erfolgreich, weitere Vorhaben – wie die Bewertung von Matratzen oder Untersuchungen zu Multifunktionsbetten bzw. -möbeln – seien geplant. Besonders die Prüfangebote des dem IHD verbundenen EPH sollten laut VdDP für die Polstermöbelindustrie interessant sein.


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