Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP)
Tagt bei PM Oelsa und entdeckt Dresden

VdDP-Frontmann Dirk-Walter Frommholz (stehend) dankt Dr. Andreas Käppler (3.v.re.), kaufmännischer Geschäftsführer der Polstermöbel Oelsa GmbH, für die Ausrichtung der Vorstandssitzung des Polstermöbelverbands am Firmensitz im sächsischen Rabenau. Foto: VdDP

Die diesjährige Frühjahrssitzung des VdDP-Vorstands fand am 21. Juni in der sächsische Kleinstadt Rabenau bei PM Oelsa statt. Die Geschichte des Polstermöbelherstellers reicht zurück bis in das Jahr 1869 und auch die „Wende-Wirren“ Anfang der 1990er Jahre wurden mit „seltener Bravour gemeistert“, wie der VdDP mitteilt.

Zu Beginn begrüßte Dr. Andreas Käppler, Inhaber und Geschäftsführer von PM Oelsa, die angereisten 20 Gäste und gab einen Einblick in die Geschichte des Unternehmens und die Schwierigkeiten rund um die Wiedervereinigung. „Ein westdeutscher Polstermöbelhersteller nahm frühzeitig Kontakt zu Treuhand und Unternehmen auf, man kooperierte recht erfolgreich, doch wenige Tage vor der Übernahme springt der Investor überraschend ab“, so Käppler. Zusammen mit den Führungskräften Margit Titze und Paul Prediger wagte Käppler schließlich am 1. Juli 1992 den, wie er sagt „riskanten“ Weg in die Selbstständigkeit. Mit Erfolg, wie sich herausstellen sollte. PM Oelsa schreibt seither durchgängig schwarze Zahlen und beschäftigt rund 240 Arbeitnehmer, die 5.000 verschiedene Polstermöbel und Varianten fertigen. Auf sein Lebenswerk ist Käppler stolz, „denn von den einst nach Ende der DDR über 140 zu Verkauf und Übernahme stehenden Polstermöbelunternehmen im Osten Deutschlands hat nur ein einziges überlebt: PM Oelsa.“

Projekte zum 3D-Druck für die Polstermöbelindustrie

Nach den Einführungsworten durch den Gründungsvater des heuten Unternehmens und im Anschluss an einen Betriebsrundgang unter Führung von Heiko Langer, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb, eröffnete VdDP-Vorstandsvorsitzender Dirk-Walter Frommholz die Sitzung. Den fachlichen Teil übernahm dann Tony Gausel vom IHD in Dresden, der zu dem Thema „3D-Druck von Unterfederungssystemen“ referierte. Das von ihm betreute Projekt habe sich zum ehrgeizigen Ziel gesetzt, nach den nächsten 3-5 Jahren diese Komponenten industriell zu konkurrenzfähigen Kosten drucken zu können. Der wesentliche Vorteil liege in der Simulation und anschließender Generierung einstellbarer, sprich exakt definierter Federelemente für den jeweiligen Einsatzzweck. Das „BioxXPrint“-Verfahren seinerseits ziele auf den Druck von Polster-Formteilen mit gradierbaren, biobasierten Kunststoffen.

Küchenwohntrends 2018 – Messe für Einrichten in Lebensräumen

Michael Rambach, Geschäftsführer des Messeveranstalters Trendfairs, berichtete anschließend über das grundlegende neue gestaltete Event „Küchenwohntrends 2018“ in München. Die Premiummesse für Küche und Wohnen weist als ein Alleinstellungsmerkmal die Beschränkung auf qualitatives Wachstum aus.

Mit dem Besuch der Sitzung durch den Vizepräsidenten des VDM, Michael Stiehl, wurde dessen Erläuterungen zur anstehenden Neuordnung des Dachverbands HDH sowie der branchenbezogenen Verbandslandschaft mit Schwerpunkt VDM im Tagungsprogramm vorgezogen. Nach lebhafter Diskussion stellten sich die Vertreter der Polstermöbelbranche auf den 7. Juli ein, wo in einer größeren Konferenz die geplanten Vereinsstrukturen final einem Konsens zugeführt werden sollen.

Statistische Divergenzen müssen weiter auf Klärung warten

Der Bericht von Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer des VdDP, stand im Mittelpunkt der Sitzung. Nach verbandsinternen wirtschaftlichen Eckzahlen habe sich die Polstermöbelindustrie 2016 besser entwickelt als die Küchenmöbelindustrie. Dagegen weist die Bundestatistik ein Minus um 5 % aus. Einmal mehr appellierte die Geschäftsstelle an die VdDP-Mitglieder, den Verband mit einem Namensabgleich beim Bundesamt für Statistik zu bevollmächtigen. Denn bereits bei den bisher erfolgten 13 Stichproben erwiesen sich fünf Unternehmen als der falschen Branche zugeordnet und weitere zwei wurden von Destatis doppelt geführt.

Update Formaldehydgrenzwerte: verschoben ist nicht aufgehoben

Dr. Olaf Plümer, verantwortlich bei den Möbelverbänden Herford für Technik und Umwelt, resümierte den Sachstand hinsichtlich Formaldehydemissionen in wichtigen Exportmärkten. Sowohl die USA als auch Frankreich haben ihre teils Vorhaben zeitlich leicht verschoben, aus inhaltlicher Sicht jedoch nicht. Zusätzlich ist Dänemark in diesen Kreis nationalstaatlicher Abschottung getreten. Von allen Beteiligten wurde daher erneut die Forderung erhoben, endlich eine europäische Harmonisierung in die Wege zu leiten.

Einen wichtigen Tagungsordnungspunkt bildeten die Ausführungen von Dr. Heumann zu den verschärften gesetzlichen Regelungen zur Zeitarbeit. Durch die vielfältigen Änderungen im Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz zu Lasten der Arbeitgeberseite empfahl der Hauptgeschäftsführer jedem Unternehmen, Vertrag für Vertrag mit Entleihfirmen genau zu prüfen und jene explizit in die Pflicht zu nehmen.

Die Sitzung endete mit dem einstimmigen Beschluss zum Haushalt 2016 und zum Entwurf des laufenden Jahres. Danach begleitete Heiko Langer alle Sitzungsteilnehmer in die nahe Landeshauptstadt Dresden und zeigte in einem kurzen Rundgang durch die Altstadt die barocken Highlights der Elbmetropole.

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