Villeroy & Boch
Verzeichnet deutlichen Umsatzrückgang

Foto: Villeroy & Boch AG

Mettlach. Villeroy & Boch hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernumsatz von 635,8 Mio. Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Rückgang von 12,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

Bereinigt um Wechselkurseffekte sowie um die zum 1. Oktober 2025 veräußerten nordeuropäischen Marken Gustavsberg und Vatette beträgt der Rückgang 7,4%. Erfreulich entwickelte sich dagegen der Auftragsbestand: Er stieg gegenüber dem Jahresende 2025 um 49,5 Mio. Euro auf 199,9 Mio. Euro.

Das operative EBIT belief sich auf 34,5 Mio. Euro nach 47,8 Mio. Euro im Vorjahr. Der Rückgang resultiert laut dem Unternehmen im Wesentlichen aus der im Vorjahr vorgenommenen Desinvestition sowie den Auswirkungen des geopolitischen Konflikts am Persischen Golf. Das Konzernergebnis lag bei -6,8 Mio. Euro gegenüber 13,8 Mio. Euro im Vorjahr; maßgeblich hierfür waren laut Unternehmensaussage überwiegend nicht zahlungswirksame steuerliche Sondereffekte.

Der Unternehmensbereich Bad & Wellness erzielte einen Umsatz von 504,4 Mio. Euro und damit um 15,1% weniger als im Vorjahr. Portfolio- und währungsbereinigt beträgt der Rückgang 9,4%. Während der Umsatz in EMEA vor allem desinvestitionsbedingt sowie durch den Nahost-Konflikt um 14,5% zurückging, verzeichneten einige Märkte wie Italien, Bulgarien und Ungarn ein Wachstum. Die Regionen APAC und Americas wiesen bei rückläufiger Baukonjunktur einen Rückgang von 21,3% auf. Das operative EBIT des Bereichs lag bei 29,5 Mio. Euro.

Der Unternehmensbereich Dining & Lifestyle behauptete sich mit einem Umsatz von 130,0 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau; währungsbereinigt ergibt sich ein leichtes Plus von 0,8%. Besonders hervorzuheben ist laut Villeroy & Boch die Entwicklung im E-Commerce mit einem Umsatzplus von 16,1%. Leichte Rückgänge in EMEA (-1,0%) wurden durch Zuwächse in APAC und Americas teilweise kompensiert. Das operative EBIT stieg leicht auf 5,0 Mio. Euro.

Das globale Marktumfeld bleibt auch im restlichen Jahr 2026 von geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt, so das Unternehmen. Eine weitere Eintrübung im zweiten Halbjahr sei daher nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund bestätigt der Vorstand der Villeroy & Boch AG die Prognose für das Gesamtjahr 2026 mit einem erwarteten operativen EBIT von 75 Mio. Euro. Die gedämpfte Dynamik wird temporär durch den strukturellen Effekt aus der Veräußerung des nordeuropäischen Geschäfts der Marken Gustavsberg und Vatette verstärkt, weshalb Nettoumsatz und operatives EBIT auch im 3. Quartal des Jahres laut eigener Aussage deutlicher unter dem Vorjahr liegen werden.


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