Wellemöbel
Wieder in der Insolvenz

Erst auf der M.O.W. stellte Wellemöbel ein neues Babyzimmer in Kooperation mit dem Plüschtier-Hersteller Steiff vor. Foto: Schwarze

Kurz vor Weihnachten ereilt noch ein weiterer Schock die Möbelbranche: Wellemöbel musste heute Insolvenz anmelden! So wurde beim Amtsgericht Paderborn für die Gesellschaften Wellemöbel Beteiligungs GmbH & Co. KG, Wellemöbel Verwaltungs GmbH, Wellemöbel GmbH, MF Bad Lippspringe GmbH und Howelpa Logistik GmbH ein Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Derzeit prüft er die Fortführungs- und Sanierungsmöglichkeiten der Unternehmensgruppe.

Dr. Frank Kebekus ist kein Unbekannter bei Wellemöbel, erstmals war das Vorgängerunternehmen Welle Möbel GmbH im Mai 2002 in die Insolvenz gerutscht und auch damals agierte Kebekus als Insolvenzverwalter.  Im November 2014 musste erneut Insolvenz angemeldet werden, Wellemöbel nutzte als eines der ersten Unternehmen in der Möbelbranche die damals noch neue Möglichkeit zu einer Sanierung in Eigenverwaltung. Wellemöbel stellt Schlaf-, Büro-, Jugend- und Babyzimmermöbel her. Die Unternehmensgruppe produziert an den zwei Standorten Bad Lippspringe und Alsfeld und beschäftigt rund 530 Mitarbeiter. Das Logistikunternehmen Howelpa, das den Möbelfachhandel beliefert, hat seinen Sitz in Paderborn. Die Mitarbeiter sind über den Antrag informiert worden.

Zur Begründung heißt es in einer Pressemitteilung:

„Die gesamte Möbelbranche leidet unter einem deutlichen Umsatzrückgang, da neue Möbel beim Verbraucher nicht mehr im Fokus stehen. Weiterhin muss die deutsche Möbelindustrie immer mehr Wettbewerbsanteile an osteuropäische Lieferanten abgeben. Diese greifen aufgrund niedriger Herstellungspreise den deutschen Markt an, da sie von Lohnkostenvorteilen und Steuerentlastungen profitieren. Darüber hinaus subventioniert die EU im Nachbarland Investitionen in Immobilien und Maschinen mit über 70 Prozent.“


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