Willi Schillig Polstermöbelwerke – Neue Konzepte
Wenn das digitale Sofa ins Wohnzimmer einzieht …

W.Schillig setzt in seinem Jubiläumsjahr mit 3D-Konfigurator Maßstäbe für das neue digitale Verkaufen

CEO Erik Stammberger und IT-Leiter Pius Wolf (v. l.) stellen die Generation 2 des 3D-Polstermöbelkonfigurators vor. Foto: W.Schillig

Bereits zur Hausmesse 2018 hatten die Willi Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG, Ebersdorf-Frohnlach, erstmals ihren 3D-Polstermöbelkonfigurator vorgestellt. Nach dieser Premiere digitaler 3D-Modelle auf handelsüblichen Tablets präsentierte der oberfränkische Hersteller hochwertiger Sitzgarnituren in diesem Jahr nun die nächste Generation der exklusiv auf IDM-Daten basierenden, deutlich weiterentwickelten Software. So wurde nicht nur die Bewegungsanimation optimiert, sondern mit der neuen „Generation 2“ können Endkunden endlich daheim beim Surfen im World Wide Web ihre Polstermöbel planen, prüfen und individuell zusammenstellen.
So zeigt sich W.Schillig zu seinem 70-jährigen Firmenjubiläum innovativ wie nie. Im MÖBELMARKT-Interview mit CEO Erik Stammberger und dem IT-Leiter Pius Wolf wird deutlich, dass der 3D-Konfigurator Maßstäbe für das neue digitale Verkaufen setzt.

MM: Herr Stammberger, was ist denn das Besondere an der „Generation 2“ Ihres 3D-Polstermöbelkonfigurators?
Erik Stammberger: Die Anwendungsmöglichkeiten dreidimensionaler Konfiguration wurden erheblich und ansprechend erweitert. So fällt ins Auge, dass mit der neuen Applikation die animierten Bewegungsabläufe elegant und absolut realitätsgetreu wiedergegeben werden.
Nach Tablet und PC betritt der 3D-Polstermöbelkonfigurator zudem nun erstmals die virtuellen Welten des World Wide Web. Und zwar uneingeschränkt, mit allen Leistungsoptionen: Außenabmessungen lassen sich einblenden, alle Varianten – man denke an Bezug, Fußform, Fußfarbe, Seitenteile, Kopfstützen oder Ähnliches – sind im 3D-Planer konfigurier- und darstellbar, immer konform zu den im IDM-Format hinterlegten Zusammenstellungen und Regeln.
So zieht mit der „Generation 2“ unseres 3D-Konfigurators das digitale Sofa in die Wohnzimmer der Endkunden ein. Damit hilft die ausgeklügelte Software, alle Polster-Einrichtungsträume wahr werden zu lassen – schnell, bequem von zu Hause.

„Mit der Generation 2 unseres 3D-Konfigurators zieht das digitale Sofa in die Wohnzimmer der Endkunden ein.“

MM: Welche Voraussetzungen muss der Handel erfüllen, um den 3D- Konfigurator einsetzen zu können?
Stammberger:
Unser 3D-Konfigurator läuft auf allen gängigen Plattformen, also Android, iOS, Windows und in Kürze auch auf unserer Website. Neben der mobilen Lösung bieten wir jetzt auch einen Touch Screen Terminal für den Point of Sale an. So kann der Verkäufer sofort Lösungen aufzeigen, einfach und professionell den Kunden begeistern und beraten.

MM: Wie viele Modelle haben Sie bereits in 3D umgesetzt?
Stammberger:
Momentan sind 22 Modelle – freie und verbandspezifische – sowie unsere komplette Stoff- und Lederkollektion mit über 600 Bezugsmaterialien in 3D aufbereitet, weitere Modelle und Bezüge sind in Arbeit.

MM: Was unterscheidet Ihren Konfigurator von den bereits teilweise im Handel befindlichen? Welche Vorteile sehen Sie?
Stammberger:
Unser System ist der weltweit erste 100% IDM-fähige 3D- Konfigurator für Polstermöbel mit sehr hoher Darstellungsqualität inklusive Augmented Reality Funktion. Durch ständige Plausibilitätsprüfung sind fehlerfreie und direkte Bestellungen möglich. Alle im Modell enthaltenen Optionen können ausgewählt werden, alle Funktionen werden animiert dargestellt. Das konfigurierte Sofa im Wunschbezug des Kunden kann sofort in fotorealistischer Qualität gezeigt werden.

„Das konfigurierte Sofa kann sofort in fotorealistischer Qualität gezeigt werden.“

MM: Ist der 3D-Polstermöbel-Konfigurator von W.Schillig und Tablet Dekor eine Insellösung?
Stammberger:
Wir sind natürlich, wie schon bei der Entwicklung des IDM- Formats für 2D, auch bei 3D an der Schaffung eines Standards sehr interessiert. Der 3D-Konfigurator in seiner jetzigen Version kann jede IDM-Datei mit 3D-Modellen von Tablet Dekor verarbeiten – aber auch 3D-Objekte aus anderen Quellen sind möglich. Bezüglich Connectivity haben wir zurzeit zwei Schnittstellen vorbereitet. Mit einer offenen xml-Schnittstelle bzw. einem Web Plug-in über die Firma IWOfurn bieten wir jedem Händler die Möglichkeit, sein Warenwirtschaftssystem mit unserem Konfigurator zu verbinden. Diese Entscheidung liegt jedoch beim jeweiligen Handelspartner. Wir möchten ein Tool zur Unterstützung des Handels anbieten, wir möchten uns nicht um die Warenwirtschaftssysteme unserer Geschäftspartner kümmern, das können entsprechende Softwarehäuser (darunter auch unser Entwicklungspartner Tablet Dekor) sehr viel besser, unser 3D-System ist also keine Insellösung.

„Wir bieten jedem Händler die Möglichkeit, sein Warenwirtschaftssystem mit unserem Konfigurator zu verbinden.“

MM: Wie viele Lizenzen sind inzwischen im Handel?
Stammberger:
Zur Herbstmesse 2019 haben wir 50 Partner-Lizenzen für unsere Kunden aktiviert, die Resonanz war sehr groß und erste Bestellungen wurden bereits generiert.

MM: Wie darf man sich die Planung eines Sofas vorstellen?
Stammberger:
Die Konfiguration erfolgt direkt im 3D-Modus, immer gemäß den Regeln der zugrundeliegenden IDM-Datei. Alle Varianten einer Serie stehen für die Konfiguration zur Verfügung.
Das 3D-Modell kann 360 Grad gedreht und von allen Seiten betrachtet werden. Es können die Abmessungen einzelner Objekte bzw. einer konfigurierten Objekt-Gruppe eingeblendet werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Modelle bzw. Typen aus verschiedenen Serien als Gruppe gemeinsam zu konfigurieren. Der individuelle Wunsch des Kunden steht immer im Vordergrund. Per Knopfdruck kann man zwischen 3D- und 2D-Darstellung variieren.

„Der individuelle Wunsch des Kunden steht immer im Vordergrund.“

MM: Herr Wolf, Sie sind IT-Leiter bei W.Schillig und maßgeblich für das Projekt verantwortlich: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung im Bereich 3D-Planung für Polstermöbel?
Pius Wolf:
Die momentane Version unseres Konfigurators ist kein Standard – aber wir möchten daran mitarbeiten, diesen Standard zu schaffen, und sollte er je definiert werden, dann werden wir in der Lage sein, diesen Standard zu nutzen – unsere Daten sind dafür heute schon „ready to go“.  

„Das Einkaufserlebnis für den Kunden wird auf eine neue Ebene gehoben.“

MM: Herr Stammberger: Inwieweit wird die Digitalisierung Einfluss auf das Verkaufen im Möbelhandel nehmen?
Stammberger:
Endlich mal eine Disruption in unserer Branche, die schon lange überfällig war. Die Art des Verkaufens wird sich unserer Meinung nach komplett verändern. Der persönliche Kontakt und die Beratung sind nach wie vor der Schlüssel, allerdings wird durch die Digitalisierung, im Speziellen aber durch die Visualisierung – der Kunde kann sein fertiges Sofa im Wohnzimmer stehen sehen – das Einkaufserlebnis für den Kunden auf eine neue Ebene gehoben. Die Frage ist, ob sich durch einen Schulterschluss in der Polstermöbelbranche einheitliche Standards finden lassen, so wie es diese in der Küchenbranche schon seit langer Zeit gibt.

MM: Vielen Dank für Ihre spannenden Ausführungen! hoe

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