World Furniture Outlook
CSIL rechnet 2026 mit geringem globalen Wachstum
Das italienische Marktforschungsinstitut CSIL rechnet für 2026 mit einem globalen Wachstum des Möbelkonsums um 1% in aktuellen US-Dollar. Auch im kommenden Jahr werden demnach die Auswirkungen der Mitte Oktober eingeführten Zölle deutlich. „Die Zukunftsaussichten werden negativ beeinflusst durch die anhaltend hohe Unsicherheit in der Handelspolitik, da es keine klaren und dauerhaften Vereinbarungen zwischen den Handelspartnern gibt“ schreibt CSIL in seinem World Furniture Outlook 2026. Der internationale Möbelhandel befinde sich in einer Phase beispielloser Unsicherheit, die Unvorhersehbarkeit der Handelspolitik und der Zölle dürften anhalten, so die Forscher.
In der jüngsten Ausgabe des World Furniture Outlook stellt CSIL erstmals ein neues Messinstrument vor, einen Indikator, der die externe Anfälligkeit der Möbelindustrie jedes Landes bewertet und die Anfälligkeit für externe Schocks durch die Analyse von Handelsabhängigkeiten und Wettbewerbspositionen quantifiziert (Country Vulnerability Index/Furniture Export (FEXVI)). Hohe Werte bis zu 100% weisen auf ein hohes Risiko externer Anfälligkeit hin, während niedrige Werte bis zu 0% auf eine geringere Anfälligkeit hindeuten. Derzeit weisen die Länder mit dem höchsten FEXVI-Index auch einen hohen Anteil an Exporten in die Vereinigten Staaten auf.
Das wichtigste Möbelexportland bleibt China, gefolgt mit Abstand von Vietnam, Polen, Italien und Deutschland. Nach einem starken Anstieg im Jahr 2021 gingen Chinas Exporte in den Jahren 2022 und 2023 erheblich zurück, wobei im Jahr 2024 eine teilweise Erholung zu verzeichnen war. Nach vorläufigen Schätzungen sind die Exporte im Jahr 2025 zurückgegangen und liegen damit wieder fast auf dem Niveau von 2023.
Die führenden Möbelimporteure sind die Vereinigten Staaten, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Niederlande. Die Möbelimporte der USA beliefen sich 2024 auf 41 Mrd. US-Dollar, was etwa einem Viertel der weltweiten Importe entspricht. Im Jahr 2025 haben die in Kraft getretenen Zölle und vor allem das weit verbreitete Klima der Unsicherheit zu einem Rückgang der Importe geführt. Nach vorläufigen Schätzungen scheinen die europäischen Länder am besten abzuschneiden, obwohl die Zahlen in aktuellen US-Dollar angegeben sind und durch Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar beeinflusst werden.
Das weltweite BIP-Wachstum dürfte laut CSIL von geschätzten 3,2 Prozent im Jahr 2025 leicht auf 3,1 Prozent im Jahr 2026 zurückgehen, bevor es 2027 wieder auf 3,2 Prozent ansteigt. „Die Weltwirtschaft passt sich an ein Umfeld an, das durch neue politische Maßnahmen neu gestaltet wurde. Einige extreme Fälle höherer Zölle wurden dank nachfolgender Vereinbarungen und Neuregelungen gemildert. Das Gesamtumfeld bleibt jedoch volatil“, heißt es hierzu. Die Risiken tendierten nach unten. Anhaltende Unsicherheit, mehr Protektionismus und Schocks auf dem Arbeitsmarkt könnten das Wachstum aber beeinträchtigen. Und: Finanzpolitische Schwachstellen, mögliche Korrekturen an den Finanzmärkten und die Erosion von Institutionen könnten die Stabilität gefährden.
Die anhaltende Unsicherheit wirkt sich weiterhin negativ auf das Geschäftsklima im Möbelsektor aus, insbesondere in Bezug auf Investitionsentscheidungen und das Ausgabeverhalten der Haushalte. Weltweit (100 Länder) wird nach einem schwierigen Jahr 2024 und 2025 für 2026 ein Wachstum des Möbelkonsums um etwa 1% erwartet.