VdDW-Vorstandssitzung bei Loddenkemper
Große Branchen-Themen im kleinen Kreis

Klein, aber schlagkräftig: Bei Loddenkemper – rechts Inhaber und VdDW-Vorstand Markus Wiemann – traf sich der Vorstand zum Gedankenaustausch. Fotos: VdDW

Der Vorstand des Verbands der Deutschen Wohnmöbelindustrie (VdDW) traf sich am 18. Juni zu seiner Frühsommer-Sitzung in der Ausstellung des Oelder Traditionshauses Loddenkemper. Hier hieß Inhaber Markus Wiemann die angereisten Unternehmensvertreter des zahlenmäßig kleinsten Vorstands der Bundesfachverbände der Möbelindustrie sowie Verbandsvertreter willkommen. Neben dem Geschäftsbericht und verschiedenen Rechtsfragen stand die kommende Organisationsstruktur der Verbandslandschaft der Möbelbranche im Fokus des Austauschs.

Mit seiner Begrüßung stellte der VdDW-Vorstandsvorsitzende Wiemann zugleich das gastgebende Haus Loddenkemper vor. 1889 durch Caspar Loddenkemper gegründet, weist es eine wechselvolle Firmengeschichte aus. Die Jahre um die Jahrtausendwende gelten als bisherige Blütezeit, in welcher rund 700 Beschäftigte über 80 Mio. Euro Umsatz generierten.

Loddenkemper mittelfristig zu alter Größe führen

In jener Zeit wurde Loddenkemper von der Hüls-Gruppe übernommen und in der Folgezeit mehrfach restrukturiert. Wichtige Wegmarken wie der Beitritt zur DGM oder der Möbelmeile – Mitgliedschaften, die bis heute Bestand haben – folgten wenige Jahre später. Im September 2018 übernahm schließlich Wiemann das inzwischen geschwächte Unternehmen und arbeitet seitdem an der Neuaufstellung des Hauses.

Für Wiemann war der Zukauf des Traditionshauses ein spürbarer Gewinn, denn in Oelde sind Kompetenzen und Erfahrungen zu Vollmassivholz-Möbeln, Lack und Furnier hervorragend etabliert. Unter Beibehaltung der Ausrichtung auf Wohnen und Schlafen sieht Wiemann dank motivierter Mitarbeiter gute Chancen für eine mittelfristig erfolgreiche Sanierung. Deshalb sei auch beabsichtigt, Produkte von Loddenkemper unter eigenständiger Marke bzw. das Unternehmen mit autarker Struktur zu führen.

Die Stimmung scheint schlechter als die Lage

Im Geschäftsbericht von VdDW-Chef Dr. Lucas Heumann stand die Analyse der wirtschaftlichen Situation im Fokus. Obwohl die amtliche Statistik in Bezug auf Wohnmöbel mit gewissen systemischen Unsicherheitsfaktoren behaftet ist – nur 30% der erfassten Zahlenwerte kommen aus Unternehmen der Wohnmöbelindustrie im engeren Sinn – sei doch insgesamt eine spürbare Konjunkturabkühlung zu vermerken. Was auch von den Auftragseingangsstatistiken des VdDW weitgehend bestätigt werde, so Dr. Heumann weiter. Trotzdem, dies bliebe festzuhalten, sei die artikulierte Stimmung offenbar schlechter als die statistischen Kennwerte.

Unter dem Gesichtspunkt „Statistik“ informierte Dr. Heumann zu der Vielzahl inzwischen verfügbarer und auswertbarer Zahlenreihen, die von der Herforder Verbändegemeinschaft erhoben werden. Die Vorstände berieten daher unter anderem die tiefergehende Analyse erfasster Reklamationszahlen, um punktgenauer und schneller im Interesse des Handels und der Verbraucher reagieren zu können. Hierzu werden in Kürze unter VdDW-Regie Beratungen stattfinden.

Auch Fragen zur DSGVO, der Arbeit des neuen Arbeitskreises Unternehmensjuristen oder der im kommenden Jahr fälligen Neugestaltung zur Entsorgung von Transportverpackungen stießen auf großes Interesse im Vorstand. Einen großen Teil der Sitzung nahmen schließlich juristische Fragestellungen ein, die in ihrer Tragweite immer umfassender zu werden scheinen. Insbesondere AGB-rechtliche Verfahren standen im Mittelpunkt des Meinungsaustauschs.

VdDW-Geschäftsführer Dr. Lucas Heumann.

Gewachsene Strukturen sinnvoll neu justieren

Jan Kurth, Geschäftsführer des VDM, ließ es sich nicht nehmen, wie bereits auf der Vorstandssitzung der Küchenmöbelindustrie für eine neue Verbandsstruktur zu werben. Unterstützt von Dr. Heumann lief er bei der Vorstellung des nunmehr schlüssigen Gesamtkonzepts augenscheinlich „offene Türen“ auf Unternehmerseite ein. Denn zentraler Punkt aller Überlegungen sei die schnellere und effizientere Nutzung der vorhandenen, in Bälde neu ausgerichteten Strukturen, Kapazitäten sowie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, so Kurth.

Er berichtete weiterhin zum Arbeitskreis Export des VDM und rief zu einer regen Beteiligung auf. Hierbei stehe die Unterstützung bei der Markterschließung von Skandinavien, Russland, China sowie USA bzw. Kanada im Brennpunkt. Besondere Aufmerksamkeit erregte das gemeinsam von VDM und DGM entwickelte Projekt „Made in Germany“, das Regeln und Zertifikate für die Auszeichnung originär in Deutschland hergestellter Möbel erarbeiten will.

Nach einer intensiven Diskussion zur kommenden imm cologne schloss die Sitzung mit der einstimmigen Bestätigung des Haushaltabschlusses für 2018 sowie der finanziellen Planung 2019 für den Wohnmöbelverband. Als nächster Termin für die VdDW-Herbstsitzung wurde der 6. November festgelegt.

VDM-Geschäftsführer Jan Kurth.

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